Sonntag, 24. Januar 2016

Resümee nach über drei Jahren

Die Fertigstellung unseres Hauses liegt nun über drei Jahre zurück. Zumindest im Groben, denn ganz fertig wird man ohnehin nie.

Nach dieser Zeit können wir nun erstmals sinnvoll resümieren, denn nun haben wir schon lange genug gewohnt, um Schwachstellen in unserer Planung und der Umsetzung aufzudecken.

Das Erfreuliche - zumindest für uns - ist, dass wir kaum Punkte fanden bei denen wir eklatante Fehlentscheidungen einräumen müssten. Trotzdem hätten wir so manche Entscheidung besser treffen können, wobei nicht immer ausreichend Informationen für eine ordentliche Entscheidungsfindung vorhanden waren.

Grundrisse, Zimmer und Einrichtung

Bei den Grundrissen und der allgemeinen Bauplanung sind wir auch heute noch der Ansicht, dass es so gut wie kein Potenzial zur Verbesserung gibt. Die Räume sind ideal angelegt, bieten ausreichend Platz zur Entfaltung und sind aus Sicht der Reinigung auch sehr gut eingerichtet.


Mädchenzimmer mit viel rosa 
Jugendzimmer mit eher coolem Touch
Die von unseren Blog-Lesern immer wieder als viel zu groß kritisierten Kinderzimmer sind trotz ihrer Größe von je 21 Quadratmetern nicht ungemütlich und werden von unseren Kindern ausgiebig genützt. Im Gegensatz zu anderen Familien ist unser Wohnbereich im Erdgeschoß zu keiner Zeit mit Spielsachen angeräumt, weil unsere Kids einfach nie ausweichen müssen. In vielen anderen Häusern die von Familien mit Kindern bewohnt werden sieht das Wohnzimmer wie eine Außenstelle der Kinderzimmer aus. Natürlich hat das auch ein Wenig damit zu tun, dass die Kinder sich gerne in der Nähe der Eltern aufhalten, allerdings sehen unsere Kindern keine Veranlassung ihre Spielsachen ins Wohnzimmer zu schleppen. Statt der Eltern müssen dann halt immer wieder Freunde eingeladen werden, was uns ohnehin angenehmer erscheint. Gemeinsame Zeit verbringen wir genug, auch ohne Playmobil und Co. im Wohnzimmer.

Auch die Fliesenböden stellten sich im Nachhinein betrachtet eher als positiv heraus. Keine Spur von zu kalt zum Spielen und ungemütlich. Durch die Fußbodenheizung werden die Böden konstant auf einer Temperatur von etwa 24° Celsius gehalten. Natürlich haben Fliesen die Eigenschaft durch ihre sehr gute Wärmeleitfähigkeit eher als kühl wahrgenommen zu werden. Unangenehm sind sie trotzdem nicht, wenn man am Boden sitzt und spielt. Wobei sich die Zeiten des Spielens am Boden bei uns sowieso bereits reduzieren. Mit zunehmenden Alter der Kinder verlagert sich das Spiel immer weiter nach Oben.

Seit unserem Einzug haben sich aber gerade bei den Kinderzimmern ein paar Änderungen ergeben. So hat unser Sohn mittlerweile eine eigene Couch in seinem Zimmer, auf der er chillen und lesen kann, die dann auch noch eine Schlafgelegenheit für seine Gäste enthält.

Unsere Tochter erweiterte den Einrichtungsumfang nur um eine Zimmerpflanze und verschiedene selbst gemalte Bilder an der Wand.

Beide Kinder bekamen zu Weihnachten Luftbefeuchter aus Zirbenholz geschenkt die einen angenehmen Geruch verströmen und für einen ruhigeren Schlaf sorgen sollen. Zudem lässt sich damit natürlich auf die Luftfeuchtigkeit ein bisschen anheben, was vor allem im Winter recht gut ist.

Fadenvorhang im Schlafzimmer
Im Schlafzimmer brachten wir ebenso wie in den Kinderzimmern einen dezenten Sichtschutz am Fenster an. Grundsätzlich bin ich kein Freund von Vorhängen, weil wir sowieso Rollläden an den Fenstern haben die am Abend für einen perfekten Sichtschutz sorgen. Unter Tags sieht man durch die stark spiegelnden Fenster kaum in die Räume, weshalb für mich Vorhänge eine eher untergeordnete Rolle spielen. Meine Frau sieht das naturgemäß etwas anders, weshalb wir letztendlich doch in einigen Räumen so etwas wie Vorhänge montierten.
Die Ankleide

In den Kinderzimmern und im Schrankraum wurden die fix verglasten Fenster mit Fadenvorhängen die auf Klemmstangen für Duschvorhänge aufgefädelt sind etwas netter gestaltet. die so entstandenen Kosten von knapp 30 Euro je Fenster und das fehlen von Montageaufwand wegen des einfachen Klemmmechanismus waren für mich sehr überzeugend.

Auch im Schlafzimmer gibt es jetzt einen Fadenvorhang der seitlich von zwei Stores eingefasst ist. Dadurch wird die Sicht von Außen ins Schlafzimmer am Abend so gut wie gar nicht eingeschränkt weshalb man auf das Runterlassen des Rollladens nicht verzichten kann. Aber mit Vorhang sieht der Raum gleich wohnlicher aus.

Der Vorhang im Schrankraum sorgt unter Tags aber wirklich für einen zusätzlichen Sichtschutz, da man durch unter bestimmten Lichtvoraussetzungen von Außen hinein sehen konnte. Im Gegensatz dazu nimmt der Fadenvorhang dort nicht so viel Licht weg, dass man geneigt wäre unter Tags das Licht anzuschalten.

Kaum Veränderungen gab es im Gästezimmer, da dort die sehr funktionelle Einrichtung kaum mehr verbessert werden konnte. Sowohl das IKEA Bett das sich auf die Breite eines Doppelbettes ausziehen lässt als auch die Kästen passten schon sehr gut. Also mussten wir hier auch nicht nachbessern. Lediglich ein Fliegengitter wird dieses Jahr an der Außenseite des Fensters dazu kommen, damit unsere Gäste das Fenster in der Nacht offen lassen können ohne im Sommer von Gelsen zerstochen zu werden.

Auch im Vorzimmer kamen nur ein paar Bilder und eine Wandleuchte hinzu seit wir eingezogen sind. Im Winter ist der obere Vorraum etwas dunkel, wenn alle Türen zu den Zimmern geschlossen sind, da dann zu wenig Licht beim großen Fenster im Stiegenhaus herein kommt. Dieser Umstand ist aber einfach nicht zu verhindern, weil unser Vorraum ein reiner Zubringer zu den Räumen ist und wir für eine besser Versorgung mit Tageslicht nicht auf Raum in einem der Zimmer verzichten wollten.

Wenn ich gerade beim Stiegenhaus bin: Dort ist uns nach ein paar Wochen bereits ein kleiner Fehler in unserer Planung aufgefallen. Wir verzichteten aus optischen Gründen auf einen Handlauf an der Mauerseite, da wir dachten, dass der Handlauf der Treppe mit den Glasplatten ausreichen würde. Dabei dachten wir nicht an unsere und vor allem die Besucher-Kinder, die mit einer besonderen Leidenschaft entweder das Glas unter
Immer wieder Fettfingerchen am Glas
und dunkle Kinderhandabdrücke an
den Wänden
dem Handlauf oder die weiß gestrichene Wand zum Abstützen verwenden. Der Handlauf selbst dürfte für die meisten Kinder zu hoch liegen. So weisen die Glasplatten der Treppe immer nachdem wir Besuch hatten unzählige Fingerabdrücke auf, die sich vom Glas jedoch leicht wegwischen lassen. Viel unangenehmer sind die Handabdrücke auf der weißen Wand, die sich vom Treppenansatz an der kompletten Wand entlang erstrecken. Zu Beginn versuchten wir diesen Flecken noch mit einem Schmutzradierer Herr zu werden. Mittlerweile haben wir es allerdings bereits aufgegebenen und warten einfach darauf, dass die Kids alt genug sind. Dann werden wir die Wand streichen und drauf hoffen, dass die weiße Farbe dann länger unbeschmutzt bleibt. Eventuell setzen wir an dieser Stelle dann Latexfarbe ein die man abwaschen kann.

Ebenfalls eine farbliche Veränderung werden wir in den Toiletten vornehmen, da sich dort der
LED Beleuchtung in der
Dusche
Einsatz von abwaschbarer Wandfarbe in jedem Fall lohnt. Es ist einfach hygienischer, wenn man die Wände reinigen kann.

Unabhängig von der Farbe und eines zusätzlichen Spiegels von IKEA der nun die Betrachtung des ganzen Körpers zulässt, hat sich im Bad des ersten Stocks hauptsächlich die Beleuchtung geändert. So kam eine Glasplatte über den Spiegeln hinzu unter der sich zwei LED-Streifen befinden. Je ein kaltweißer und warweißer Streifen erhellen das Bad nun von Oben. In der Dusche kam ebenfalls eine Glasplatte an die Decke unter der ein RGB-LED-Streifen für unterschiedliche Farbstimmungen sogt. Die Farben werden über eine kleine Fernbedienung umgestellt. Die LED-Streifen sind in jedem Fall auf kleinen Holzleisten fixiert.

Außerdem stellten wir einen Hocker aus Massivholz neben die Badewanne um die ganzen Wässerchen und Essenzen irgendwo abstellen zu können.

Mit der Entscheidung, Küchenmöbel im Badezimmer einzusetzen lagen wir übrigens absolut richtig. Nach mehr als drei Jahren erkennt man nicht einmal im Ansatz irgend welche Abnutzungserscheinungen an den Schränken. Weder der tägliche Gebrauch noch die höhere Luftfeuchtigkeit konnten den Küchenmöbeln von IKEA in unserem Bad zusetzen. Wir würden uns auch jetzt mit Sicherheit wieder dafür entscheiden.

Die Badewanne hätten wir hingegen getrost weglassen können. Auch wenn unsere Tochter immer wieder gerne baden geht, brauchen wir die Wanne vorwiegend in den kalten Monaten und dann auch nur ein bis maximal zwei Mal pro Monat. Somit verwenden wir die Wanne etwa 6-12 Mal pro Jahr. Also eher selten.

Auch im Erdgeschoß sind wir mit der gewählten Raumaufteilung zufrieden. Jedoch geht uns ein ordentlicher Lagerraum im konditionierten Raum ab. Der Dachboden und die Gartenhütte haben sich als eher ungeeignete Lagerflächen für temperaturempfindliche Gegenstände erwiesen. Außerdem können wir im Sommer nichts kühl lagern was nicht in den Kühlschrank passt. Besitzer eines Lagerraums im Keller haben hier einen entscheidenden Vorteil, denn haben im Keller meist eine konstante Temperatur zwischen 15° und 18° Celsius, wenn der Keller nicht extra beheizt wird. Wir lagern daher zum Beispiel unsere Ski und Skischuhe im Büro, da es dort keine großen Schwankungen gibt. Die Ski am Dachboden wären im Sommer Temperaturen von bis zu 60° Celsius ausgesetzt und würden entsprechend darunter leiden. Dafür sinkt dort oben im Winter die Temperatur oft weit unter den Gefrierpunkt was für andere Lagerobjekte manchmal ebenso ungut ist.

Seit unserem Einzug wurde an der Küche kaum etwas verändert. Lediglich die Rückwand hinter der

Blick in die Küche
Arbeitsfläche ist durch eine weiße Glasplatte 'veredelt' worden und kann nun mit einem feuchten Tuch abgewischt werden. Früher hatten wir einfach die Flecken an der weißen Wand und mussten damit leben. Die Glasplatte ist übrigens eine, an der Rückseite weiß lackierte und 5 mm starke Platte.
Ebenso aus Glas ist die Platte mit der die LED-Streifen über der Kochinsel versteckt wurden. Dieses Glas ist jedoch nur einseitig mattiert und lässt ausreichend viel Licht durch um die Küche gut zu beleuchten. Trotzdem scheint die Technik darunter nur ganz dezent durch. Ebenso sind wir mit der Beleuchtung über der Bar verfahren. Dort befinden sich unter der Glasplatte ein weißer LED-Streifen und ein RGB-LED-Streifen die jeweils unabhängig von einander geschaltet werden können.

Das Design der Küche würden wir wieder so halten. Also alles weiß mit dunklen Akzenten. Allerdings würden wir eines definitiv nicht mehr so machen, wie wir es beim ersten Aufbau der Küche taten. Wir würden uns keine Arbeitsplatte aus Akazienholz anfertigen lassen, denn dieses Holz unterliegt einer enormen Schrumpfung wenn es noch nicht komplett getrocknet verkauft wird. Als wir die Arbeitsplatte bei BAUHAUS kauften und uns dann vom Tischler auf unsere Küche anpassen ließen, wussten wir nicht, dass dieses Holz bis zu 3% schrumpft wenn es an Feuchtigkeit verliert. In unserem Fall heißt das, dass die Arbeitsplatte von 102 cm breite an der Kochinsel auf knapp unter 100 cm zusammen gegangen ist. Dadurch stehen nun die Ladenfronten der Schränke über die Arbeitsplatte hinaus. Das sieht nicht besonders hübsch aus und ist unpraktisch weil gerne mal Brösel in die obersten Laden fallen. Sobald wir etwas Geld auf der Seite haben werden wir die Arbeitsplatte wohl tauschen lassen.

Großer Esstisch der auf 300 cm
ausgezogen werden kann
Der neue Esstisch hingegen war eine gute Anschaffung. Natürlich immer unter dem Augenmerk, dass er um etwa 70% günstiger war als vergleichbare, massiv wirkende Tische und dementsprechend natürlich seine Tücken hat. So ist die Tischplatte relativ dünn und auch ziemlich kantig. Dadurch drückt sie bei längerem Sitzen mit aufgelehnten Armen schon mal etwas ungut in die Unterarme. Je kleiner man ist, desto intensiver spürt an das. Ich werde vermutlich ein bisschen was von der Kante abtragen damit ich den Effekt etwas abschwächen kann. Allerdings muss ich mir zuvor ansehen ob das mit diesem Tisch überhaupt geht ohne, dass dann die Kanten heller sind als der Rest der Tischplatte.
Der Kamin heizt das
ganze Haus und das
Warmwasser

Ebenfalls im großen Wohnraum befindet sich der Kamin an dessen Seitenwand wir eine Lampe im Fackel-Design montierten. An der gegenüberliegenden Seite bauten wir ein Regal in dem wir die Holzbriketts für unserem Kamin lagern können. Neben dem Holz ist dort auch der Subwoofer der Stereoanlage sowie der Verstärker und der Blu-Ray Player untergebracht.

Wohnecke im Wohnraum
Anfangs hatte ich ein wenig Bedenken, dass die aus dem Kamin immer wieder heraus fallenden glühenden Holzstückchen dem Boden davor Schaden zufügen könnte. Die Granitplatten im Kopfsteinpflaster-Look bekamen zwar im Lauf der Jahre einige Brandflecken. Die verleihen dem Boden jedoch einen ganz eigenen Charm. Ein einziges Mal passierte es, dass ein glühendes Holzstück aus dem Ofen fiel und bis an das Ende des gepflasterten Bereichs rollte. Glücklicher Weise wurde der Holzboden dadurch nicht beschädigt. Das jedoch nur, weil Sabine so schnell reagierte und das glühende gleich Holz auf die Metallschaufel nahm.

Neu hinzu gekommen ist auch eine Truhe für die Sitzauflagen der Gartenmöbel. Wir wollten nämlich nicht jedes Mal in die Gartenhütte gehen um die Auflagen zu holen. Daher lagern wir diese im Sommer im Wohnzimmer. Da wir die Auflagen im Winter nicht benötigen, dient die Truhe dann eher als große Fläche für weihnachtliche Deko und als Stauraum für unsere Fitness-Artikel. Wie auch schon im Obergeschoß setzte meine Frau ihren Wunsch nach Stoff um die Fenster durch. Also montierte ich auch im Wohnzimmer Gardienenstangen und seitliche Stores. Zugegebener Maßen wurde der Wohnraum dadurch wirklich wohnlicher, also waren das gut investierte 140,- Euro.

Die Innentüren

Unser Entscheidung fiel damals auf DANA Türen, weil diese angeblich sehr hochwertig wären und weil es das DANA Motion System als Türdämpfer ein sehr vielversprechendes System war.

Nach mehreren Jahren des Ärgers sind wir uns absolut sicher, dass die Türen von jedem anderen Anbieter vermutlich besser gewesen wären. Entweder sie wären günstiger oder zum gleichen Preis besser verarbeitet gewesen.

Die Türstöcke reagieren sehr empfindlich auf Stöße mit dem Staubsauger, wenn man die Kurve mal zu eng nimmt. An zwei Türstöcken sind bereits die Kanten ausgebrochen, da der Überzug der Platten sehr dünn ist.

Die Magnetschließen der DANA Türen sind definitiv nur was für Leute die unempfindlich auf Geräusche reagieren oder einfach mit Schwerhörigkeit geschlagen sind. Bei jedem Öffnen und Schließen der Türen machen die Türschlösser sehr stark vernehmbare Klickgeräusche. Darauf kann man getrost verzichten.

Das DANA Motion System ist dann die schlimmste Folter am Türensektor. Die Konstruktion des Schließmechanismus ist derart schlecht durchdacht, dass sich das Gestänge beim Öffnen und vor allem beim Schließen der Türen ziemlich stark verspannt. Als Resultat dieser Verspannungen erhält man ein lautes Knallen das in der Nacht so ziemlich jeden Bewohner des Hauses aus dem Bett hebt. Die Probleme haben wir bereits in einem anderen Post beschrieben.

Heizung und Haustechnik

Wenn es etwas gibt, das wir bei einem Neubau anders machen würden, dann betrifft es die Heiztechnik. Dabei war die Überlegung das Haus nur durch den zentralen, wasserführenden Kaminofen zu beheizen absolut richtig. Allerdings trafen wir eine falsche Entscheidung mit dem Lieferanten der Solaranlage. Unsere Wahl einen österreichischen Anbieter zu vertrauen war zwar löblich, in unserem Fall aber leider ein absoluter Reinfall.

Die Solaranlage

Wir ließen die thermische Solaranlage die wir bei Santer Solarprofi GmbH kauften vom Installateur einbauen. Dieser füllte die Anlage auch und nahm sie in Betrieb. Dabei schien alles problemlos zu laufen. Nachdem die elektronische Steuerung eingestellt war und der Sommer kam, lief die Anlage meist nur bis um zehn Uhr vormittags. Weil die Anlage bereits sehr früh stagnierte, das bedeutet, dass die Pumpe wegen einer Überhitzung des Systems abschaltet. Daraufhin heizen sich natürlich die Solarkollektoren am Dach noch stärker auf. Dadurch werden die Dichtungen zwischen den Kollektoren über Gebühr belastet und werden in Kombination mit dem Glykol im Kreislauf brüchig.

Schon nach wenigen Tagen nahm ich Kontakt mit dem Hersteller (Santer Solarprofi) auf um das Problem mit der Stagnation zu besprechen. Dort erhielt ich von einem Techniker die Auskunft, dass das bei der Größe unserer Anlage (20 qm) normal sei, da die Kollektoren sehr schnell aufheizen. Also machte ich mir keine weiteren Sorgen deswegen. Da aber der Druck in der Anlage dadurch auch immer auf einen sehr hohen Wert stieg kontaktierte ich den Hersteller abermals. Wieder war die Aussage die Gleiche und ich sollte mir keine Sorgen machen. Über zwei Jahre ging das so, dass wir kaum solare Erträge hatten und die Anlage schon früh stagnierte.

Als nach zwei Jahren die Pumpe den Geist aufgab musste diese von unserem Installateur getauscht werden. Dabei stellte dieser fest, dass ein Rückschlagventil in der Solarstation defekt war und die Anlage deswegen permanent so früh stagnierte weil dadurch ein sehr hoher Widerstand in der Vorlaufleitung war. Seit unser Installateur die Pumpe und das beschädigte Billigventil gegen ein Qualitätsventil getauscht hatte, lief die Anlage nahezu problemlos und ohne Stagnation. Nicht ein einziges Mal schaltete sich die Pumpe ab. Von wegen zu groß dimensioniert und ganz normal. Der Techniker des Herstellers war also offensichtlich nicht kompetent genug um uns auf eine mögliche Abweichung vom Sollzustand hinzuweisen, da er sich scheinbar mit der Materie nicht auskannte.

Durch die häufige Stagnation wurde wie gesagt die Dichtungen zwischen den Kollektoren angegriffen, was dazu führte, dass unsere Solaranlage nach drei Jahren Betrieb bereits undicht wurde und innerhalb eines Tages bis zu drei Liter Wärmeträger verlor. Nun müssen wir uns auf die Suche nach der undichten Stelle machen. Dazu müssen wir die Dachhaut von innen öffnen, da wir sonst nicht an die Verbindungsstücke ran kommen. Hoffentlich ist die Undichtheit dort zu finden. Falls nicht könnte es noch sein, dass in einem Kollektor die Kanäle gerissen sind. Dann wird die Sanierung noch schwieriger. Somit kann ich mit Sicherheit sagen, dass die Entscheidung für die Santer Solarprofi GmbH als Hersteller der Solaranlage ein absoluter Fehlgriff war.

Der Holzofen

Es ist nicht immer komfortabel den Ofen einzuheizen um genügend Warmwasser zum Duschen zu haben oder um das Haus zu heizen. Vor allem an sehr kalten Tagen müssen wir oft wirklich kräftig einheizen, da sonst das Haus schnell etwas unterkühlt wirkt. Da werden schon 20-30 kg Briketts im Ofen verbrannt.

Durch den Ofen entsteht ein sehr angenehmes und gemütliches Umfeld. Mit einem Buch auf der Couch, einem Tee auf dem Couchtisch und einem Feuer im Kamin ist pure Entspannung vorprogrammiert.

Als Unterstützung der Heizung steckt in unserem Wärmespeicher ein Heizstab mit 6 kWh Leistung der 1:1 Strom in Wärmeenergie umwandelt. Das ist nicht besonders effizient. Daher würde ich bei einer Neuplanung vermutlich die Zusatzheizung durch eine Luft-Wasser-Wärmepumpe machen. Das ist zwar in der Anschaffung und Installation etwas teurer, aber viel komfortabler.

Garten

Wir verzichteten aus Kostengründen auf die Verlegung von Platten im Garten und bauten unsere Terrasse aus Kunststoffbrettern (WPC). Außerdem wurden die Wege ums Haus und der Autoabstellplatz nur mit Schotter aufgeschüttet, da dieser weitaus günstiger war als Platten. Jedoch muss man schon sagen, dass es ordentliche Abstriche in Punkto Komfort bedeutet. So werden die WPC Dielen bis zu 80° Celsius heiß. Dass man auf diesen Brettern nicht mehr barfuß gehen kann ist nachvollziehbar. Außerdem verformen sie sich im Laufe der Jahre stark unter dem Einfluss von sehr hohen und sehr tiefen Temperaturen. Dadurch beginnt die Terrasse auch zu klappern wenn man darüber geht.

Die Wege und der Autoabstellplatz sind durch den Schotter sehr anfällig für wucherndes Unkraut. Außerdem verursachen laufende und spielende Kinder immer wieder tiefe Löcher im Schotter und starke Steinansammlungen im Rasen. Darauf reagiert dann der Rasenmäher-Robotor ein wenig verschnupft wenn er drüber fährt.

Ebenfalls anders machen würde ich die Bewässerung. Diese ist bei uns so ausgelegt, dass sie ausschließlich Wasser aus unserer Zisterne pumpen kann. Nun war der letzte Sommer so trocken, dass wir andauernd Wasser in die Zisterne füllen mussten, welches von dort über das Hauswasserwerk wieder heraus gepumpt werden musste. Hätten wir gleich von vornherein einen Anschluss an die Wasserleitung vorgesehen, dann hätten wir keine Probleme damit gehabt.

Alles in Allem sind wir also mit unserer Planung und mit der Ausführung sehr zufrieden. Lediglich ein paar Kleinigkeiten beschäftigen uns. Die Solaranlage ist dabei unser größtes Sorgenkind, das wir hoffentlich in diesem Jahr wieder dicht bekommen. Außerdem wird die Garderobe neu zu gestalten sein. Davon werden wir sicher hier im Blog berichten.

Samstag, 21. November 2015

Seat Mii Style 1.0

Da mein Eintrag zu unserem Seat Leon so großen Anklang findet, dachte ich mir, dass es für einige Leser eventuell auch interessant sein könnte von unseren Erfahrungen zum Seat Mii zu lesen.

In über zehn Jahren im KFZ-Verkauf konnte ich unzählige unterschiedliche Fahrzeuge beruflich fahren und erfühlen. Zudem legten wir mit fünfzehn privaten Autos auch schon mehr als 750.000 km zurück. So erhielten wir einen ordentlichen Querschnitt über verschiedene Fahrzeugklassen und Marken. Trotzdem betrachten wir unsere Autos mit den Augen normaler Benutzer. Es geht um Funktionalität, niedrige Betriebskosten, Alltagstauglichkeit und vieles mehr.

Unser Seat Mii Style 1.0 ist  nun etwas mehr als drei Jahre alt und wir legten damit bereits über 25.000 km zurück. Daher kann man auch in diesem Fall von einem Langzeittest sprechen. Da die Geschichte etwas länger wird, kann ich den massiven Einsatz des Mausrades nicht nur verstehen, sondern für Leser die nur an den Fakten interessiert sind sogar empfehlen :-)

Die Entscheidung

diesen Seat Mii zu kaufen fiel sagen wir mal eher spontan. Wir hatten am Ende unseres Hausbaues keine Verwendung mehr für zwei Kombis. Einer davon war ein Peugeot 307 SW (den wir dann durch den Seat Leon ST ersetzten) und der andere ein VW Golf Variant aus dem Jahr 2000 mit einer relativ geringen Laufleistung von nur 110.000 km. Nachdem der Golf innerhalb weniger Stunden nach der Veröffentlichung des Inserates bereits einen Käufer gefunden hatte, mussten wir eher schnell für einen Ersatz suchen der es uns ermöglichte unsere Kids täglich in die Schule, den Kindergarten, zum Training und was weiß ich noch wo hin zu kutschieren.

Dabei waren unsere Ansprüche an das Zweitauto eher gering. Schließlich wurde es hauptsächlich für Kurzstrecken benötigt. Meine Frau Sabine und ich setzten uns also hin und gingen mal durch was der Wagen unbedingt haben müsste. In unserem Pflichtenheft standen letztendlich folgende Punkte:

  • Es sollte ein Fahrzeug mit geringen Außenabmessungen sein, da es in der Stadt immer schwieriger wird Parkplätze zu finden.
  • Ein Benzin-Motor wäre bevorzugt, da diese im Winter doch noch immer eine spur Laufruhiger sind und auch die winterlichen Kurzstrecken eher verkraften. Dem gegenüber steht ein nur noch unwesentlich höherer Verbrauch, was aber durch einen günstigeren Anschaffungspreis meist wett gemacht wird.
  • Der Motor sollte wenig Leistung haben damit die laufenden Kosten günstig sind. Trotzdem sollte das Fahrzeug im unteren Geschwindigkeitsbereich halbwegs spritzig sein.
  • Bluetooth Connection mit Freisprecheinrichtung, denn jegliches Nachrüstgerät bot bislang nur einen Bruchteil des Komforts. Vorzugsweise mit Lenkradfernbedienung
  • Abgedunkelte Scheiben hinten, obwohl man sich das auch recht einfach nachrüsten lassen kann.
  • Na und kosten soll der Wagen natürlich so wenig wie möglich, da wir ihn finanzieren mussten und die monatlichen Kosten im Rahmen bleiben sollten.

Zu diesem Zeitpunkt waren wir noch nicht auf die Konzernmarken VW, Audi und Seat beschränkt, da wir immer noch den Glauben hatten, dass auch andere Hersteller gute Autos bauen können. Lediglich die Marken Suzuki, Citroen und KIA/Hyundai hatten wir wegen der schlechten Erfahrungen der letzten Jahre komplett ausgeschlossen.

Zwischen 2004 und 2009 hatten wir einen KIA Picanto der damals stolze 11.500,- Euro kostete und dem Mii in Form und Funktionalität sehr ähnlich war. Dieses Auto hatte allerdings eine Vielzahl an außerplanmäßigen Werkstattaufenthalten die wir zwar in den seltensten Fällen bezahlen mussten (Garantie), während derer wir aber jeweils nur ein Auto zur Verfügung hatten. So stand der Picanto in fünf Jahren ganze vier Monate in der Werkstatt, weil manche Teile aus Kore bestellt werden mussten und die Lieferzeit von dort elend lang ist.

Mit diesen Vorgaben machte ich mich auf die Suche. Dabei kamen neben Neuwagen natürlich auch junge Gebrauchte in Frage, da man sich hier schon mal ein paar Euro sparen kann.

Die Auswahl

wurde durch die Notwendigkeit eines schnellen Kaufs ein Wenig beschleunigt. Normaler Weise lasse ich mir immer sehr lange Zeit mit meiner Auswahl, da wir das Fahrzeug dann mehrere Jahre besitzen und schließlich möglichst bis zum Verkauf zufrieden sein wollen.

Meine Suche nach Kleinstwagen ergab naturgemäß eine unglaublich große Zahl an Ergebnissen die in vielen Fällen mehr oder minder ähnlich waren. Auch wenn ich kurz mit dem Audi A1 geliebäugelt habe, war mir schnell klar, dass dieser die Vorgabe "möglichst günstig" eher nicht erfüllen kann.

Letztendlich kamen mir die Schwesternmodelle VW up! / Seat Mii / Skoda CityGo unter, deren Markteinführung nur wenige Monate zuvor war und man sie daher im Straßenbild noch nicht so häufig wahrnehmen konnte. Die drei Fahrzeuge sind von der technischen Basis her baugleich und unterscheiden sich vorwiegend durch veränderte Anbauteil im Front- und Heckbereich sowie durch Ausstattungsunterschiede.

Die relativ kantige Form und der daraus resultierende Platz im Innenraum lassen die drei Modelle im Straßenbild sowohl attraktiv als auch praktisch auftreten.


Der Kauf

ging schneller über die Bühne als es der Weltauto-Verkäufer vom Porsche Interauto Betrieb in Wien Liesing gewohnt war.

Wir halten manche Dinge gerne einfach. Wenn wir uns ausreichend informiert haben und der Meinung sind, dass eine Ware es wert ist zu einem bestimmten Preis von uns gekauft zu werden, dann braucht es vor Ort keine Überzeugungskraft mehr. Außerdem kennen die, bei AutokäuferInnen gerne auftretende, Kaufreue nicht. Ist es einmal gekauft, dann ist der Fall erledigt. Sich im Nachhinein zu fragen ob der Kauf eine gute Entscheidung war bringt nichts mehr, weil der Vertrag bereits geschlossen ist und man nun nichts mehr machen kann.

Also gingen wir auf einen Verkäufer zu und fragten nach dem Seat Mii Style 1.0 in schwarz, der laut Weltauto-Börse auf dem Gebrauchtwagen-Platz stand. Der Wagen war eine Tageszulassung ohne Laufleistung.

Innerhalb weniger Minuten hatten wir gemeinsam mit dem Berater den Wagen gefunden, sind einmal darin zur Probe gesessen und stellten fest, dass es wohl keinen anderen mehr geben werde der in Punkt Preis und Leistung ein derart stimmiges Angebot bieten würde. Somit kauften wir den Wagen und schlossen auch gleich die passende Finanzierung inklusive Vollkaskoversicherung ab.

Der ganze Vorgang vom Betreten des Verkaufsraumes bis zum fertigen Finanzierungs- und Versicherungsvertrag dauerte gerade mal vierzig Minuten.

Die Optik

liegt im Auge des Betrachters. Natürlich. Unserer Meinung nach sind die Modelle von Seat in den letzten Jahren zunehmend sportlicher geschnitten worden. Vor allem bei den größeren Modellen macht sich das sehr stark bemerkbar, dass die Fensterlinien schmäler, die Fensterkanten höher und die Dachlinien flacher wurden.

Zugegebener Maßen ist es bei einem Modell wie dem Mii etwas schwierig diese Designlinie zu verfolgen, da die Abmessung sehr kompakt und die Möglichkeiten daher eher beschränkt sind. Trotzdem schafften die Designer von Seat so etwas wie einen sportlichen Touch in die Front des Fahrzeugs zu bringen.

Angefangen vom derzeitigen Markengesicht dessen markante Scheinwerfer weit in die Kotflügel reichen und dessen Kühleinlässe mit sportlichen Waben-Blenden versehen sind, spannen sich Kanten über die Motorhaube die den aktuellen Trend der modischen Blechkanten absolut gerecht werden. So wird beim Mii gleich an der Front die 'rundgelutschte' Optik vieler Kompaktautos vermieden.


Bei den Außenspiegeln wurde in der Design-Abteilung von Seat endlich mal ordentlich Hand angelegt, nachdem die Spiegel der letzten früheren Seat Generationen den Anschein erweckten, dass sie im Designprozess vergessen und dann noch schnell von einem Zulieferer angekauft wurden. Am aktuellen Modell gliedern sich die Außenspiegel in das kantige Gesamtbild perfekt ein.

Starke Kanten die sich von den großen Außenspiegeln über die Türen bis zum Kofferraum ziehen und und eine optische Verlängerung des hinteren Kotbleche bis in die vorderen Türen verleihen dem Zwerg ein dynamisches Auftreten. Dadurch sieh der Wagen schon im Stand schneller aus, als er es auf dem Papier zu sein vermag.

Die Türgriffe sind in einer Linie angebracht, liegen für durchschnittlich große Menschen auf einer guten Höhe und haben schön tiefe Griffschalen. Vor allem Frauen wird die Tiefe der Griffschalen auffallen, da es immer wieder mal vorkommt, dass man mit gut manikürten Fingernägeln am Lack im Inneren der Schale entlang kratzt. Das ist neben dem unangenehmen Gefühl auch nicht sehr vorteilhaft für den Lack. Weder auf den Nägeln noch am Auto.

Durch die für Fahrzeuge dieser Größenordnung eher flach stehenden Frontscheibe enthält der Seat Mii eine fließende Form im Frontbereich die sehr gut ins Auge geht. Etwas unpraktisch ist die etwas eingeschränkte Sicht nach links Vorne durch breite A-Säule. Bei langgezogenen Linkskurven im Wohngebiet neige ich dadurch dazu mich am Lenkrad nach Vorne zu ziehen um während der Fahrt den schlecht einsehbaren Bereich zu minimieren.

Am Heck blieb den Designer nicht viel Spielraum, da bei der kompakten Größe alles andere als ein Gerader Abschluss wohl zu Unstimmigkeiten mit dem Marketing geführt hätten. Es ist schließlich schwer jemanden in dieser Klasse ein Auto zu verkaufen dessen Nutzwert hinter dem Design angestellt wird.

Trotzdem empfindet man das Heck des Mii als sehr stimmig. Verantwortlich dafür dürfte die leicht schräg angestellte Heckscheibe und der etwas aus dem Heck ausgerückte Stoßfänger sein. Vor allem der Stoßfänger verleiht dem Seat Mii ein bulliges Auftreten, da dieser die Kotbleche überleitet und in eine Verbreiterung übergeht.

Alles in Allem ist der Seat Mii bei aller Funktionalität nicht langweilig.

4 von 5 Sternen


Der Innenraum

ist das was man beim Autofahren am häufigsten sieht und nützt. Daher ist es wichtig, dass hier alles passt und dort ist wo man es erwartet. Möglicherweise bin ich gerade in diesem Bereich etwas Markenblind, da ich der Meinung bin, dass gerade VW mit dem Golf nicht nur eine eigene Fahrzeugklasse schuf, sondern auch in der Bedienung Standards setzte. Ich will jetzt nicht sagen, dass ich mich in Fahrzeugen anderer Marken nicht zurecht finden würde, aber so schnell und problemlos zurechtfinden wie in einem Fahrzeug des VW-Konzerns konnte ich mich noch in keinem anderen Modell.

Die Schalter sind dort wo man sie erwartet. Auch ohne einen Blick in das Bordbuch zu werfen hatte ich nie das Gefühl mich nicht zurecht zu finden. Auch gab es nie den Fall, dass ich mir dachte "Wo finde ich jetzt diese Einstellung?" oder "Wo ist nochmal der Knopf dafür?" Die Bedienung ist intuitiv einfach und logisch aufgebaut. Wobei ich zugeben muss, dass der Mii auch eher wenige zusätzliche Optionen bietet die über die Bedienungselemtene eines Fahrschulautos hinaus gehen.


Was die Haptik der Materialen betrifft muss man den Grundpreis dieses Autos immer im Hinterkopf behalten. Der recht massive Einsatz von harten Kunststoffen ist dem durchaus günstigen Basispreis dieses Modells geschuldet. So darf man sich nicht erwarten, dass Armauflagen in den Türen oder etwa das Armaturenbrett geschäumt sind. Auch sind die Türen nicht komplett verkleidet, was meiner Ansicht nach allerdings einen eigenen Charme verströmt. Mir persönlich gefällt die Kombination
aus lackiertem Blech (in Wagenfarbe) und der sich davon absetzenden (je nach Innenfarbe) Verkleidung sehr gut. Allerdings gefiel mir auch der Käfer sehr gut, obwohl der nicht aus meiner Generation stammt, und Retro ist ja wieder stark im Kommen.

Egal wohin man im Seat Mii blickt, man hat nie das Gefühl in einem billigen Auto zu sitzen. Die Verarbeitung der Materialien ist ausgezeichnet. Selbst bei großer Hitze oder starker Kälte mit Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt gab es keinerlei Knarzgeräusche im Auto. Sowohl der Armaturenträger als auch alle anderen Punkte an denen sich unterschiedliche Materialien (Metall, Kunststoff, etc.) treffen, verhielten sich bislang ruhig und unauffällig.

Die Sitze

in der ersten Reihe sind gut geformt, bieten einen sehr gute und ausreichend lange Auflagefläche und lassen sich perfekt auf Fahrerinnen und Fahrer zwischen 150 und 195 cm Körpergröße justieren. Die Längsverstellung ist auch für sehr lange Beine geeignet. Durch die parallele Höhenverstellung kann man sich ideal in Richtung Autodach hochpumpen. Dabei wird die Sitzfläche beim Verstellen der Höhe nicht geneigt. Bei manchen anderen Herstellern neigt sich die Sitzfläche schräg nach hinten wenn man den Sitz tiefer stellt. Zudem lassen sich natürlich die Lehnen neigen wie bei jedem anderen Fahrzeug. Die Neigung der Lehnen lässt sich durch einen kleinen Hebel auf der Sitzinnenseite schnell einstellen.

Was sofort auffällt sind die Integral-Kopfstützen. Diese lassen sich nicht in der Höhe oder Neigung verstellen und sollen für alle FahrerInnen ideal angepasst sein. Natürlich steckt hinter dem werbewirksamen Schönreden ein simpler Spargedanke. Einer der sich bei einem Auto dieser Klasse kaum vermeiden lässt, da man sich schon in der Entwicklung darum bemühen muss möglichst geringe Produktionskosten zu haben, um den Kunden ein möglichst preiswertes Auto anbieten zu können.
Meine Frau ist mit den Kopfstützen nicht ganz glücklich da diese ihrer Meinung nach eher unangenehm auf den Hinterkopf drücken. Mir fallen die Kopfstützen im Gegensatz dazu nicht mal auf. Vermutlich hat sie mit 164 cm Körpergröße und den oft zu einem Knoten gebundenen Haaren hier einen kleinen Nachteil.

Der Stoffbezug unseres Modells ist angenehm und verursacht keine elektrostatische Aufladung. Zudem ist er trotz der Kombination aus dunklen Seitenteilen mit hellen Mittelbahnen nicht besonders Anfällig für Verschmutzungen. Dafür verleiht diese Kombination dem Innenraum ein sehr freundliches Ambiente.

In der zweiten Reihe bietet unser Mii nur noch zwei weiteren Passagieren Platz. Selbst mit dem Fünfsitzerpaket und einem zusätzlichen Dreipunktgurt in der Mitte finde ich dieses Fahrzeug für längere Fahrten zu Dritt ungeeignet. Dafür währen die Platzverhältnisse im Font ungeeignet. Kopffreiheit bietet der Mii jedoch an vier Plätze mehr als genug. Hier würden sich vermutlich sogar Hutfahrer wohl fühlen, selbst wenn sie hinten Platz nehmen müssten.
Die Sitze selbst sind auch in der zweiten Sitzreihe sehr bequem, wenngleich die Beinauflage etwas geringer ist. Für Erwachsene sind die Sitze im Alltag vollkommen ausreichend und auch auf längeren Fahrten mit Kindern wurden sie bislang nie als unbequem empfunden.

Der Kofferraum

ist vorhanden. Denn was sollte man sich von einem Kofferraum in dieser Klasse Anderes erwarten.
Man kann erkennen, dass die Gestaltung des Laderaumes nicht zu den Top-Kriterien beim Design gehörten. Möglicherweise liegt das daran, dass Fahrzeuge in dieser Größenordnung vorwiegend als Zweitwagen und auch nur für kleinere Einkäufe genutzt werden.
Das soll jetzt nicht bedeuten, dass der Laderaum nicht nutzbar wäre. Ganz im Gegenteil. Man findet sogar relativ viel Platz um Dinge zu verstauen.

Die Einkäufe für eine vierköpfige Familie lassen sich problemlos verstauen und sogar Getränkekisten bereiten einem kein Kopfzerbrechen. Allerdings ist der Laderaum nur über eine hohe Ladekante zu erreichen über die man die Kisten erst einmal heben muss. Ein weiteres kleines Manko stellt die extrem dünne Platte über der Reserveradmulde dar, die an dieser Stelle lediglich eingelegt ist und an keiner Stelle extra fixiert werden kann. Stellt man beispielsweise eine Getränkekiste zu ungestüm auf die Platte, dann verrutscht diese schon mal und die Kiste kippt in die Reserveradmulde. Dann wieder für Ordnung im Kofferraum sorgen, vor allem wenn noch andere Dinge darin liegen, wird zur Sonderaufgabe.

Um den Kofferraum zu erweitern lässt sich die Rücklehne der hinteren Sitzbank dann auch noch umlegen (je nach Modell komplett oder geteilt). Somit ist nicht unbedingt Schluss, wenn man zwei Kisten im Kofferraum hat und noch immer Dinge zum Verstauen auf dem Bürgersteig stehen. Allerdings wird die Ladefläche nicht eben, wenn man die Lehne klapp. Zudem entsteht eine Kante zwischen Kofferraum und Lehne die etwa 12 cm hoch ist.

Der Innenraum ist durchwegs funktional und praktisch, sauber und aufgeräumt und mit ordentlichen Materialien umgesetzt. Dass im Vergleich zu größeren Modellen Abstriche zu machen sind liegt auf der Hand. Schließlich bezahlt man für hübscher verarbeitete Modelle ja auch einen ordentlichen Aufpreis.

4 von 5 Sternen


Die Funktionsausstattung

ist bei einem modernen Auto oft extrem umfangreich. Unzählige Features die einem den Autoalltag erleichtern sollen sind meist bereits serienmäßig an Bord oder können aus teilweise unüberschaubaren Aufpreislisten gewählt werden.

Beim Seat Mii muss man sich darüber dann doch nicht so sehr den Kopf zerbrechen, da dieser einerseits recht ordentlich ausgestattet ist, und andererseits kaum viel besser konfiguriert werden kann.

Unser Seat Mii Style hatte bereits einige Features an Bord:


  • ABS
  • Front- und Seitenairbags (wobei der Beifahrer-Airbag abschaltbar ist)
  • Gurtstraffer vorne
  • ESP
  • City-Notbrems-Assistent
  • manuelle Klimaanlage
  • Zentralverriegelung
  • Fensterheber vorne
  • Radio mit RDS
Ehrlich gesagt erwarte ich mir von einem Stadtflitzer nicht mehr als das was er bereits bietet. Lediglich der Wunsch nach einer Freisprecheinrichtung war da. Einfach aus Gründen der Sicherheit. Da das Nachrüsten der Parrot FSE über 300,- Euro gekostet hätte, wählten wir den Weg über ein Nachrüst-Radio mit FSE welches über einen CAN-Bus-Adapter mit dem BUS des Seat verbunden ist. Der finanzielle Aufwand dafür lag bei knapp 130,- Euro inklusive der benötigten Adapter und Blenden.

Die Klimaanlage

bietet eine ordentliche Leistung und schafft es auch an den heißesten Tage das Klima im Auto auf ein
vernünftiges Niveau zu senken. Da sie manuell gesteuert wird muss man die Innenraumtemperatur selbst im Auge behalten, da die Anlage so lange kühlt bis man sie deaktiviert oder sie an der technisch machbaren Tiefsttemperatur angelangt ist.

Die Defrost-Funktion für die Windschutzscheibe und die Heckscheibenheizung liefern absolut perfekte Ergebnisse die gerade bei der Windschutzscheibe nur noch durch eine aktive Beheizung der selben übertroffen werden könnte.

Die Fensterheber 

werden manchen FahrerInnen nicht behagen, denn für die vorderen Türen können die elektrischen Fensterheber nur in der jeweiligen Türe bedient werden. So lässt sich das Fenster der Beifahrerseite nur öffnen oder schließen, wenn man sich hinüber beugt und an der Beifahrertüre die Taste drückt.

An den hinteren Scheiben gibt es überhaupt keine versenkbaren Scheiben. hier wurden aus Kosten- und vermutlich auch Platzgründen Ausstellfenster angebracht. Vor allem unsere siebenjährige Tochter bemängelt das immer wieder, weil sie die Fenster nicht ohne Hilfe öffnen kann (die Klammern sind ziemlich schwergängig). Außerdem würde sie gerne ab und zu das Fenster weiter öffnen können.

4 von 5 Sternen

Der Motor

ist trotz des geringen Hubraums und des Fehlens des vierten Zylinders recht ordentlich. Der Seat Mii 1.0 mobilisiert 60 PS aus 999 ccm Hubraum und bringt 95 Nm an die Räder der Vorderachse.

Das kling nicht besonders spritzig, relativiert sich aber durch das geringe Fahrzeuggewicht. Damit hat der Motor nämlich sichtlich keine Probleme bei der Beschleunigung. Außer wenn der Wagen voll besetzt ist. Dann anders als bei stärkeren Motoren merkt man jeden zusätzlichen Passagier im Fahrzeug. Sitzen vier Erwachsene im Auto, dann hat man das Gefühl aussteigen zu wollen um dem Fahrzeug durch dezentes Anschieben auf die Sprünge zu helfen.

Dafür ist der Motor, dessen Laufleistung erst bei geringen 25.000 km liegt, ein echtes Arbeitstier. Im Gegensatz zu den hochgezüchteten Aggregaten mit Kompressor, Turbo und Co. werkelt dieser Antrieb nahezu unbemerkt. Nämlich dann, wenn es darum geht Motoröl nachzufüllen. Nicht ein einziges Mal mussten wir zwischen den Jahresservices Nachfüllen. Ganz im Gegensatz zu dem Seat Leon bei dem wir spätestens alle 5.000 km für Ölnachschub sorgen müssen damit die Kolben sich nicht in ihren Zylindern festfressen.

Auch bei der letzten §57a Überprüfung (Hauptuntersuchung in Österreich) konnte außer ein bisschen Staub an der Oberseite absolut nichts Negatives an der Maschine festgestellt werden.

Die Fahrleistungen

sind wie bereits erwähnt der Motorleistung entsprechend. Man darf sich keinen sportlichen Vortrieb erwarten. Allerdings bewegt sich der Mii im unteren Geschwindigkeitsbereich bis etwa 60 km/h durchaus agil. So muss man sich in der Stadt keine großen Gedanken machen, nicht mit dem Verkehr mit schwimmen zu können. Im Gegenteil: Bis zu einer Geschwindigkeit von etwa 50 km/h (Stadttempo) gehört man in vielen Fällen zu den Gewinnern beim Ampelstart, denn genau hier spielt der kleine Motor ohne Aufladung in Kombination mit dem geringen Gewicht seine Stärken aus.

Auch wenn es sich bei unseren Mii um ein Zweitauto handelt wird der Wagen nicht nur im städtischen Raum bewegt. Regelmäßige Fahren auf Bundesstraßen und hin und wieder längere Fahrten auf der Autobahn gehören ebenso zum Standard in unserem abwechslungsreichen Autoalltag. Dabei überzeugt der Mii auf Autobahnen mit einer wirklich flotten Gangart. Erst bei 175 km/h (Tachoanzeige) also reellen 164 km/h (GPS) ist Schluss mit Vortrieb.

Der Spritverbrauch

lag bei uns über die Laufleistung von 25.000 km bei durchschnittlich 5,41 Liter pro 100 km. Damit liegt der Verbrauch deutlich über den Herstellerangaben. Allerdings ist das nicht weiter verwunderlich, da der Messzyklus zur Ermittlung des Normverbrauches sehr wenig mit realen Anforderungen tun hat.

Die Zusammensetzung unserer gefahrenen Strecken war innerhalb der letzten drei Jahre immer in etwa folgender Maßen:

  • 60% Stadtanteil
  • 25% Freilandstraße
  • 15 % Autobahn
Nun sind wir keine besonders vorausschauenden Fahrer und können uns bei der Berührung des Gaspedals kaum in Zurückhaltung üben. Wir bewegen unsere Fahrzeuge eben gerne etwas zügiger und ordnen uns auch nicht besonders gerne weiter hinten ein. Außerdem wüssten wir nicht wie hoch die Höchstgeschwindigkeit liegt, wenn wir sie nicht zu erreichen versuchen würden. Diese Fahrweise kostet natürlich etwas mehr, weil dadurch auch der Verbrauch steigt. Ein Bekannter von uns fährt seinen Mii mit knapp unter 5 Litern auf 100 km. Wir erkaufen uns den zusätzlichen Fahrspaß mit einen halben Liter Sprit auf 100 km :-)


4 von 5 Sternen

Das Fahrverhalten

ist für einen Kleinstwagen wirklich erstaunlich. Ein bisschen wird man an das Fahren mit einem Go-Kart erinnert. Straßenbeläge werden teilweise nur gering gefiltert an den Innenraum weitergegeben. Sowohl akustisch als auch an den Rücken.

Die Lenkung

ist ziemlich direkt und lässt Rückmeldungen von der Straße durch. Man fühlt sich nicht so entkoppelt wie bei vielen anderen Fahrzeugen, sondern hat das Gefühl aktiv im Geschehen eingebunden zu sein. trotzdem geht die servounterstützte Lenkung sehr leichtgängig und erleichtertet damit vor allem das Einparken sehr.

Schnell gefahrene Kurven

sind nicht unbedingt die Spezialität des Seat Mii. Das Fahrwerk ist zwar eher fest ausgelegt, der geringe Radstand und der hohe Schwerpunkt des Wagens in Verbindung mit den eher schmalen Reifen lassen aber gerade in solchen Kurven ein wenig Stabilität vermissen. Hier merkt mein einfach, dass dieses Auto für die Stadt ausgelegt ist und dort auch die idealen Lebensbedingungen vorfindet.

Wer häufig auf Autobahnen unterwegs ist und dort ein höheres Tempo fahren möchte, wird vermutlich zu einem anderen Modell greifen.

Das Getriebe

kostete mich Anfangs Nerven. Dabei ist hier nicht wirklich das Getriebe schuld, sondern mein Gehirn dem es zu Beginn nicht einzutrichtern war, dass dieses Auto rechts unten (als an der Stelle wo bei den meisten Autos der 6. Gang sitzt) den Retourgang hat. Das wäre nun nicht das Problem, wenn der Retourgang in der Vorwärtsbewegung gesperrt wäre. Leider erhielt ich Anfangs immer ein trotziges Kratzen aus dem Getriebe, wenn ich versucht war, wie bei unserem anderen Auto, den 6. Gang einzulegen. Die Schaltung hinderte mich nicht daran, den Versuch zu starten und erst das Kratzen aus dem Getriebe informierte mich über meinen Fehler. Glücklicherweise würde es viel Kraft und Überzeugung brauchen während der Fahrt den Retourgang einzulegen. Für den Fall, dass man es schaffen würde, wären die Folgen aber vermutlich verheerend.

Grundsätzlich ist das Getriebe angeblich nur teilsynchronisiert (meinte der Mechaniker in der Seat-Werkstatt) was dazu führt, dass die Gänge nicht so satt einrasten wie bei anderen Modellen. Ich habe das Gefühl, dass sich der Seat Leon viel angenehmer schalten lässt als der Mii. Zu Problemen führte das freilich nie. Es fiel mir nur auf, dass sich die Gänge nicht ganz so sauber einlegen lassen.

Außerdem ist die Kupplung vermutlich nicht für hohe Belastungen ausgelegt. So kam es ab und zu dazu, dass bei voller Belegung mit vier Erwachsenen die Kupplung beim rückwärts Einparken im steilen Gelände rutschte und merklicher Kupplungsgestank in der Luft lag. Auch das sei bei diesem Modell normal und die Kupplung selbst zeigte danach auch keine negativen Auswirkungen.

Die Übersetzung der Gänge ist so gewählt, dass man mit 1. und 2. Gang ordentlich Vortrieb im niedrigen Geschwindigkeitsberich hat. Perfekt für den Stadtverkehr.

3 von 5 Sterne


Die Kosten

halten sich beim Seat Mii mit der 1.0 Liter Maschine in Grenzen. Beim Spritverbrauch ist er kein Asket, aber auch nicht über die Maßen anspruchsvoll und für Ersatzteile und Zubehör hatten wir bei anderen Modellen schon tiefer in die Taschen gegriffen.

Für die Bereifung wurde folgender Betrag fällig:
  • Ein Satz Winterreifen Michelin Alpin A4 165/70R14 81T montiert auf Stahlfelge 5.0x14 kam in Summe auf 412,40 Euro
Gerade beim Reifenkauf ist es nicht unerheblich ob für ein Fahrzeug Standard-Reifendimensionen typisiert sind. Im Vergleich dazu mussten wir bei unserem Kia Picanto für sogenannte Asphaltschneider (ziemlich schmale und kleine Bereifung) tiefer in die Tasche greifen, da es sich um ein kaum gängiges Sondermaß handelte.


Über die vergangenen drei Jahre hatten wir in etwa folgende Ausgaben:
  • Rund 1.350 Liter Treibstoff, der auf Grund des mittlerweile gesunkenen Ölpreises nun endlich wieder etwas günstiger ist, für knapp 1.700,- Euro.
  • Zwei Kanister Mobil F1 mit je fünf Liter für 100,- Euro
  • Drei mal Jahresservice (1. Jahr: 160,- / 2. Jahr: 220,- / 3.Jahr: 164,- ) für gesamt 554,- Euro
  • Nach fünf Jahren müssten die Sommer- und Winterräder ersetzt werden. Dafür nehme ich 600,- Euro an.
Somit stehen einer Laufleistung von knapp 700 km pro Monat Betriebskosten in der Höhe von etwa 75,- Euro pro Monat gegenüber. Dazu kommen noch etwa 25,- Euro für Haftpflicht und Vollkaskoversicherung in der niedrigsten Stufe sowie die österreichische KFZ-Steuer dazu.

Würde man nun auch noch den kalkulierten Wertverlust einrechnen, dann käme man auf monatliche Gesamtkosten in der Höhe von etwa 236,- Euro. Somit kann man dem Seat Mii attestieren, dass es sich in seiner Gesamtheit um echt kostengünstiges Fahrzeug handelt. 


5 von 5 Sternen für die Kosten

Unser Fazit

ist durchwegs positiv. So fanden wir im Seat Mii Style 1.0 einen flinken und beständigen Begleiter mit guter Ausstattung zum angemessenen Preis und durchaus vernünftigen Betriebskosten. Klein genug um auch bei schwierigsten Parkplatzbedingungen fündig zu werden, und groß genug um einer vierköpfigen Familie auch bei Kurzurlauben genug Platz für Sack und Pack zu bieten.

Sowohl der Motor als auch das Fahrwerk sind für die Klasse überdurchschnittlich gut gelungen. Das Fahrverhalten, die Platzverhältnisse und auch die Verarbeitung ist unserer Ansicht nach ebenso überdurchschnittlich.

In drei Jahren musste der Mii kein einziges Mal außertourlich in die Werkstadt. Die Kosten für das jährliche Service sind im Vergleich zu unserem Seat Leon ST etwas höher gewesen. Warum das so ist, blieb uns verborgen. Die Betriebskosten für Kraftstoff, Reifen und Service sind überschaubar

Somit ist der Seat Mii eine absolute Empfehlung als Stadtauto, als Zweitauto, für Familien die nicht den Anspruch haben große Urlaubsreisen mit dem Auto zu machen oder einfach als sicheres und spritziges Auto für junge Leute.

4 von 5 Sternen für das Gesamtpaket

Samstag, 31. Oktober 2015

Halloween-Deko 2015

Dieses Jahr wussten wir bereits ganz genau was wir machen wollten und wie die Deko aussehen sollte. Daher verliefen die Vorbereitungen wie geschmiert und wir waren in kürzester Zeit fertig.

Als Highlight hatte sich schon in den vergangenen Jahren unser persönlicher Friedhof etabliert. Daher konnten wir den auch dieses Jahr nicht weg lassen. Da wir aber keine ungenutzte Gartenfläche mehr übrig hatten, mussten die Gräber diesmal anders gestaltet werden. Schließlich wollten wir nicht mitten im Rasen drei Gräber aufschütten. So bauten wir uns vor Kurzem drei Grabdeckel, wie man sie auch auf dem Friedhof findet, die in Zukunft die mühsam aufgeschütteten Gräber ersetzen werden. Der Blog-Eintrag dazu liegt HIER. Da die Grabsteine etwas kleiner sind als Normal, sind auch die Platten entsprechend angepasst.

Damit hatten wir bereits die ideale Verwendung für unseren geschotterten Auto-Abstellplatz, da dieser mit den Grabplatten schnell nach Friedhof aussah. Hinter den Platten, von denen zwei geschlossen und eine als Erdgrab ausgeführt waren, stellten wir die Grabsteine aus Styropor auf. Diese befestigten wir mit einem Blumendraht am Zaun damit der leider ziemlich starke Wind sie nicht umwerfen konnte. Als Special kamen über den Grabsteinen noch Wechselbilder zum Einsatz die je nach Betrachtungswinkel entweder nett oder gruselig aussehen. Wie das aussehen kann, könnt ihr euch in unserem Test-Blog ansehen.

Da wir nun drei hübsche Gräber nebeneinander liegen hatten mussten wir nur noch Grabkerzen und ein paar düstere Pflanzen platzieren um die Optik für uns perfekt hinzubekommen. Und weil ein Friedhof nicht wirklich gruselig ist, stellten wir im Gebüsch hinter den Gräbern unsere Nebelmaschine auf, die in regelmäßigen Abständen aus dem Nebelfluid dichte Nebelschwaden produzierte. Obwohl der Wind an diesem Abend ziemlich stark war hielt sich der Nebel gut im Umfeld der Gräber.

Gegenüber unserer Gräber stellten wir eine alte Mischmaschine auf in der sich ein kleines Skelett befand, das versuchte nicht einbetoniert zu werden. In der Schiebetruhe davor lagen Teile des Skeletts in Schotter eingegraben. Beleuchtet wurde die Szenerie durch eineSolar LED Leuchte die auf Bewegung reagiert und jedes Mal anging wenn Personen in die Nähe der Schiebetruhe kamen.
Unter der Mischmaschine stellte ich einen Outdoor-Lautsprecher auf. Auf der Micro-SD Karte waren spooky Sounds gespeichert die
dem Skelett einen gewissen gruseligen Touch verleihen konnten.

Damit war der Eingangsbereich unseres Grundstücks auch schon wieder fertig gestellt. Als nächstes mussten wir auf unserer Terrasse dafür sorgen, dass wir für die Party genügend Platz zum Stehen hätten. Nachdem wir kein Geld für teure Stehtische ausgeben wollten, bastelte ich uns eine Bar aus Bauholz. Der Preis für die Holzlatten lag bei knapp 16,- Euro. Ich verwendete vier Bretter mit 200 cm Länge und 14 cm Breite. Die Bretter waren 2 cm dick. Jeweils zwei dieser Bretter schraubte ich zusammen um eine breitere Fläche zu erhalten. Aus jeweils zwei Brettern mit 120 cm Länge stellte ich einen Fuß für die Bar her. So bekam ich zwei Bar-Teile, die leicht angewinkelt miteinander verschraubt und durch einen zusätzlichen Fuß stabilisiert wurden. Dadurch hatten wir eine fast vier Meter lange Bar auf unserer Terrasse stehen.

Zusätzlich stellten wir Personen mit geringerem Stehvermögen einen Gartentisch bereit und platzierten daran vier Sessel. Schließlich kann nicht jeder ohne Probleme stundenlang im Garten stehen. Am Tisch lag ein Halloween-Tischtuch und Glas mit schwarzen Steinen und einer schwarzen Kerze hielt das Tischtuch trotz des Windes am Platz.

Solltes es unseren Gästen wegen des Windes kalt werden konnten sie sich an unserer Feuerstelle wärmen. Dafür sägte ich alles was wir an Holzresten in kleine handliche Stücke um für den gesamten Abend genügend Brennstoff zu haben. Obwohl das Holz noch vor Regen geschützt gelagert wurde, war es ideal für die Feuerschale. Es rauchte nicht übermäßig bei der Verbrennung, war aber auch nicht so trocken, dass es zu schnell verbrannte. Außerdem stiegen so nicht so viele Funken auf die dem umliegenden Unkrautflies nicht besondern schmecken würden.

Ebenfalls auf der Terrasse stand unser großer Tisch mit einen blutigen Tischtuch bedeckt. Darauf stand unser Punschkocher mit einer Mischung aus einen Liter Orangensaft, einen Liter Eistee Zitrone, einen Liter Rotwein und einen Viertelliter Rum. Daneben platzierten wir einen großen Topf mit acht Litern Kürbiscremesuppe der durch einen Brenner warm gehalten wurde. Außerdem standen dort die Bierdosen und unsere Halloween-Cup-Cakes mit speziellen Reis-Auflegern die perfekt zu Halloween passen.

Da nun das Buffet und Platz für die Gäste geschaffen waren konnten wir uns um die restlichen Kleinigkeiten unserer Deko kümmern. Begonnen haben wir damit die Tomaten-Pflanzen, die wir eigentlich schon entsorgen wollten, mit schwarzer Farbe zu besprühen. Sie erhielten dadurch einen schönen morbiden Touch. Die Kosten dafür sind wirklich gering. Wenn man Farbe verwendet die wasserlöslich ist, kann man auch Pflanzen besprühen die man noch behalten will.

Um den Rasen zu schonen versuchten wir den Besucherstrom ein Wenig zu lenken. Dazu wurden Pfähle entlang des Weges eingeschlagen an denen sich neben unseren hübschen Ahnenbilder auch noch ein gelbes Absperrband für ein bisschen Stimmung sorgte. Die Kinder konnten damit direkt zu uns auf die Terrasse geleitet um dort nach Süßem zu fragen. Die Bänder sehen aus wie amerikanische Polizei-Absperrbänder sind jedoch eher auf Zombies und Horror ausgerichtet. Die Bänder sind stark genug um sie mehrfach verwenden zu können. Nach einer windigen Nacht konnte ich das Band einfach wieder aufrollen und für nächstes Jahr in die Halloween-Kiste packen.

Hinter der Absperrung stieg ein Zombie aus der Erde empor. Auch wenn dieser Zombie bei Tageslicht nicht besonders realistisch aussieht, kann er in der Dunkelheit überzeugen. Dieser Zombie passte perfekt in unsere rustikale Ecke in der Wiese. Auch hier verwendete ich eine Solar-LED Leuchte die auf Bewegung reagierte.

Ein weiterer, noch kleinerer Zombie steckte auf unserer Kletterstange im Garten und sah von dort durch die Büsche auf die Straße hinaus. Vor allem in dunkler und nebliger Umgebung
verfehlen die Zombie-Attrappen ihre Wirkung nicht. Gerade die bewegungsgesteuerten LED-Leuchten sorgten dabei für erschrockene Kinder.

Tier-Attrappen an verschiedenen Stellen im Garten und am Buffet rundeten die Deko letztendlich ab und sorgten für ein bisschen Halloween-Stimmung. Wie auch die letzte Innovation in unserer alljährlichen Halloween-Deko, eine Türglocke mit der Möglichkeit MP3-Files abzuspielen. Dafür besprach ich die Glocke mit meiner gruseligsten Stimme folgenden Text: "Ich habe auf euch gewartet. Geht ums Haus in den Garten. Ich will euch aus der Nähe betrachten!" Die Glocke versteckte ich im Gebüsch neben dem Eingang und klebte den Taster an die Wand. Sobald die Kinder auf den Knopf drückten kam ca. drei Sekunden später die Stimme aus dem Busch und erschreckte sie teilweise richtig. Außerdem wussten alle wo sie hin mussten um an ihre Süßigkeiten zu kommen.