Mittwoch, 27. Juli 2016

Die Klimaanlage

In den vergangenen vier Jahren, und davor allem in den Sommern, haben wir in Bezug auf das Raumklima eines gelernt: Ein Haus das so gut gedämmt ist, dass es kaum Heizenergie im Winter benötigt, heizt sich im Sommer verdammt stark auf.

Natürlich ist das irgendwie logisch, wenn man mal richtig darüber nachdenkt. Leider haben wird das in der Planungsphase nicht so richtig bedacht. Wir gingen nämlich davon aus, dass ein Haus welches im Winter die Kälte gut draußen halten kann, natürlich auch im Sommer die Hitze gut draußen halten müsste. Nur ist das leider nicht ganz richtig bedacht, denn in wirklich hält die enorme Dämmung im Winter eher die Wärme drinnen, als die Kälte draußen. So betrachtet wird es nämlich auch logischer warum sich im Sommer die Wärme ebenfalls drinnen hält.

Die Ausgangslage

Im Grunde genommen findet einfach kaum ein Wärmeaustausch mit der Umgebung statt. Im Winter bedeutet das, dass jede Erwärmung im Haus zur Heizkostenersparnis beiträgt. So erwärmt sich das Haus natürlich durch den Einsatz der Bodenheizung oder des Kamins, aber auch
  • durch die Abwärme des Kühlschranks und des Geschirrspülers
  • durch die Abwärme des Wäschetrockners und der Waschmaschine
  • durch Wärme die beim Kochen und Backen entsteht
  • durch das Duschen und Baden
  • durch Fernseher, Computer und Spielkonsolen (vor allem im Zimmer unseres Sohnes zu beobachten)
  • und nicht zuletzt durch die Körperwärme der Bewohner eines Hauses

Betrachtet man all diese Faktoren, dann wird schnell klar, dass man außer die Heizung nichts davon wirklich ausblenden kann wenn das Haus bewohnt ist. Dieser Umstand wurde mir erst in diesem Sommer so richtig klar, da dieser bislang erstmals ein richtig mieser Sommer ohne lange Hitzeperioden war. zum ersten Mal konnten wir beobachten wie sich unser Haus auch ohne Hitze-Rekorde und massive Sonneneinstrahlung aufwärmte.

Bereits im Mai hatten wir in den Schlafräumen über 25° Celsius, und das obwohl es tagsüber kaum die Temperatur erreichte, die wir im Haus schon lang überschritten hatten. Als unsere Kinder dann in den ersten zwei Ferienwochen außer Haus waren startete ich einen versuch der klar zeigte, was ich schon fast vermutet hatte: Nach dem Abkühlen der Raumtemperatur durch nächtelanges Lüften auf 21,5°C kontrollierte ich die Raumtemperatur regelmäßig. Es zeigte sich, dass sich die Zimmer durch die Beschattung der südseitigen Fenster weder wegen der Sonne  noch wegen der Temperaturen um 30°C aufheizten. Und da die Zimmer nicht bewohnt und die Türen verschlossen waren, hielt sich die Temperatur nahezu konstant. Lediglich eine Steigerung um knapp 0,2°C in einer Woche konnte ich verzeichnen.
Gleichzeitig erhöhte sich die Raumtemperatur im Schlafzimmer, das von zwei Personen für rund 7 Stunden genutzt wurde, teilweise um bis zu 3°C in einer Nacht. Innerhalb einer Woche war die Temperatur im Schlafzimmer bei konstanten 27°C und mehr, während die Kinderzimmer immer noch unter 22°C lagen.

Das war nun der Beweis, dass wir mit Beschattung nichts ausrichten werden, da sich die Temperatur eben bereits durch das Bewohnen des Hauses erhöht.

Die Lösung

Unser Klimatechniker brachte es recht treffend auf den Punkt: "Wenn Leute glauben, dass Sie sich durch die enorme Dämmung etwas bei den Heizkosten sparen, dann vergessen Sie auf die Kosten die durch die notwendig gewordene Kühlung eines vollkommen dichten Hauses entstehen."

Wir entschlossen uns also unsere Schlafräume klimatisieren zu lassen. Schließlich ist es hier am unangenehmsten, wenn man zwischen 27° und 34° Raumtemperatur hat. Bei diesen Temperaturen kann man kaum schlafen. Außerdem würde das Raumklima des kompletten Hauses von der Klimatisierung im Obergeschoß profitieren. Warme Luft hat ja bekanntlich die Eigenschaft aufzusteigen. Somit würde ein Temperaturaustausch stattfinden und auch im Erdgeschoß eine angenehmere Temperatur zu erreichen sein.

Da wir einen leicht zugänglichen Dachboden haben, wollten wir nun die Innengeräte über den Türen des Schlafzimmers und der Kinderzimmer haben, die von oben aus dem Dachboden gespeist würden. So könnten die Kältemittelleitungen im Dachboden verlaufen und an der Rückseite des Hauses nach Außen geführt werden, wo wir dann das Spilt-Gerät anbringen wollten. Klingt einfach.

Die Angebote

Unglaublich was uns auf der Suche nach einer passenden Anlage angeboten wurde. Den Beginn machte ein Klima-Techniker der meinte, dass es nicht möglich wäre die Leitungen nachträglich über den Dachboden zu führen und von oben in die Innengeräte einzuleiten weil es ein problem mit dem Kondensat gäbe.

Die Erklärung: Beim Kühlen eines Raumes wird die Raumluft auch gleich entfeuchtet. Dadurch bildet sich auf dem Kühlkörper des Innengerätes etwas Eis und es kommt auch zur Bildung von Kondenswasser. Das kann recht viel Wasser sein, das irgendwie nach Außen transportiert werden muss. Ist die Anlage an der Außenwand montiert und verfügt über einen direkten Ausgang durch die Wand, ist das kein Problem. Werden die Leitungen allerdings nach Oben geführt, dann muss das Kondenswasser weggepumpt werden, weil das Wasser nicht abfließen kann.

Daher bot uns der erste Techniker an die Innengeräte in jedem Schlafraum über dem Fenster anzubringen und an der Außenseite jeweils einen Inverter an die Fassade zu schrauben. Das hätte dann ausgesehen wie eine alte Hotelanlage in einem südlich gelegenen Urlaubsland. Die Leitungen dafür wären im Raum in Kabelkanälen gelegt worden. Sicher die unansehnlichste Lösung, dafür mit etwa 4.200,00 Euro inklusive Montage auch die günstigste.

Ein weiteres Angebot ging dann auf unsere Wünsche ein und bestand aus einem Inverter-Außengerät am Dach unserer Gartenhütte montiert und drei Innengeräten die über Kabelkanäle von oben aus dem Dachboden versorgt worden wären. Das Kondensat wäre über Kondensatpumpen abgeführt worden. Das Angebot war sehr komplett und bestand aus Samsung-Geräten. Einzig der Preis von 8.480,00 inklusive Montage passte absolut nicht in unser Budget, weil wir einfach nicht so viel Geld haben. Also suchten wir weiter.

Das dritte und letztendlich beste Angebot kam von Manfred Leitgeb, ein Kälte- und Klimatechniker aus Eisenstadt [falls Ihr die Kontaktdaten (Mail, Telefonnummer) wollt, schreibt mir ein kurzes Mail oder benutzt die Kommentarfunktion]. Er ging auf unsere Wünsche und Ideen ein und machte uns ein Angebot für eine Anlage bestehend aus einem Inverter-Außengerät montiert auf dem Dach unserer Gartenhütte und drei Innengeräten über den Türen der Schlafräume. Außerdem würden die Leitungen über den Dachboden geführt und das Kondensat über drei Kondensatpumpen über das Dach abgeführt. Der Preis dafür lag bei 6.800,00 Euro, weil bei uns extrem lange Wege mit Kältemittelleitungen zurück zu legen sind, was den Preis leider etwas nach oben treibt. Bei uns wurden letztendlich 50 Meter Kältemittelleitungen verbaut.

Der Einbau

Der Klimatechniker stellte gleich von vornherein klar, dass der Einbau mindestens zwei Tage, wahrscheinlich sogar noch einen halben Tag länger dauern wird. Als es dann am Montag in der Früh soweit war, es hatte bereits knapp 30° Celsius Außentemperatur und die Räume waren schon dauerhaft auf 28° Celsius, konnten wir es kaum mehr erwarten.

Tag 1

Auf unserem Dachboden herrschte bereits Sauna-Klima. Ziemlich hohe Luftfeuchtigkeit und über 60° Celsius. Sicher nicht die beste Voraussetzung um einen ganzen Tag dort zu arbeiten.

Begonnen hat Herr Leitgeb mit der Montage der Innengeräte, bei denen es ursprünglich geplant war, dass die Leitungen aufputz verlegt werden und durch einen Kabelkanal halbwegs versteckt werden. Nun war ich den ganzen Tag in der Arbeit und wunderte mich sehr als ich nach Hause kam und mir das Ergebnis einen kompletten Arbeitstages ansah. Alle drei Innengeräte waren montiert, aber es waren keine Leitungen zu sehen. Also fragte ich Sabine, die tagsüber zuhause war und daher etwas besser bescheid wusste, was bereits geschehen war. Sie erklärte mir, dass der Techniker es schaffte die Leitungen nicht sichtbar hinter den Innengeräten durch die Trockenbauwände nach Oben zu führen.

Für mich war das eine unglaubliche Leistung, da wir darüber einen 40 cm starken Aufbau vorwiegend aus Einblasdämmung haben. Darunter sind dann auf Stahlschienen die Trockenbauwände montiert, die natürlich mit Steinwolle gefüllt sind. Das alles konnte ihn nicht stoppen, und er führte die Leitungen somit nicht sichtbar hinauf. Um das zu tun musste er die Schalung des Dachboden öffnen und die Dämmung teilweise ausräumen.

Ich war wie gesagt begeistert über die Ausführung der Montage der Innengeräte, aber etwas besorgt, dass die Leitungen am Dachboden nun über den Boden geführt würden, weil es dann etwas schwierig wird schwerere Dinge durch den Dachboden zu schieben, wenn an drei Stellen die Kältemittelleitungen quer über den Boden verlaufen.

Tag 2

Mittlerweile lagen die Kältemittelleitungen und die Kondensatschäuche am Dachboden herum und bildeten ein ziemliches Chaos. Für diesen Tag war geplant die Leitungen sauber zu verlegen und das Außengerät auf dem Dach der Gartenhütte zu platzieren.
Auch an diesem Tag lagen die Temperaturen wieder einem Bereich in dem man durchaus schon gut saunieren könnte.
Damit die Leitungen vom Dachboden zur Gartenhütte verlaufen
können, musste der Techniker natürlich einen Mauerdurchbruch machen und die Fassade öffnen. Da es bei unserem Haus nicht ganz einfach ist, weil das Badezimmerfenster im Obergeschoß genau dort ist wo die Leitung hinunter laufen sollte. So bohrte Herr Leitgeb aus dem Dachboden heraus eine schräge Satellitenbohrung und fräste dann von Außen ein Loch in die Fassade. Für sechs Kältemittelleitungen braucht man dann schon ein ganz schön großes Loch.

Darunter wurde ein Kabelkanal an die Fassade geschraubt durch den die Leitungen dann bis zum Dach der Gartenhütte geführt werden.

Um die Leitungen nicht über den Boden des Dachbodens zu führen, öffnete der Techniker den Fußboden im Dachboden und führte die Leitungen so lange wie möglich darunter, sodass sie auf keinem Fall im Weg sein würden. Erst als die Leitungslänge der Steuerleitung der Kondensatpumpen erreicht waren musste er die Leitungen an die Oberfläche bringen.

Somit bleibt der Dachboden für uns ohne Einschränkungen voll nutzbar und die Pumpen sind trotzdem leicht zugänglich falls mal ein problem auftreten sollte. Außerdem kann es sein, dass man nach der Wintersaison die Leitungen füllen muss, wenn die kleinen Kondenswasserpumpen durch die Luft in den Leitungen das Wasser nicht ordentlich absaugen (obwohl sie das eigentlich schaffen sollten).
Die Pumpen sind übrigens recht laut und sollten daher meiner Meinung nach nicht im Zimmer montiert werden, da man sich dadurch mit Sicherheit gestört fühlt, weil sie erheblich lauter sind als das Innengerät der Klimaanlage.

Das Außengerät würde auf Böcke gestellt da es bis zu diesem Zeitpunkt noch auf der Verpackung aus Styroporstand, verschraubt und dann durch die Leitungen mit dem Innengeräten verbunden.

Tag 3

Wie angekündigt musste der Techniker auch noch einen halben Tag anhängen um die letzen Anschlüsse, die Füllung der Anlage und für den elektrischen Anschluss zu machen. Das dauerte dann noch mal fast vier Stunden bis endlich alles nach Wunsch lief.

Die Kältemittelleitungen liegen offen auf dem Dach der Gartenhütte, weil es mir egal war ob sie unter der Dachkante geführt werden oder oben auf dem Dach aufliegen. Vielleicht werde ich die Leitungen später mal unter die Dachkante hängen, denn sie sind lange genug dafür.

Nun bekam ich noch eine kleine Einleitung in die Verwendung der Fernbedienung für die Innengeräte.

Das Ergebnis

So nun haben wir eine Klimaanlage mit drei Innengeräten die jeweils 2,7kW Kälteleistung bringen, und konnten das komplette Haus innerhalb von nur sechs Stunden um 5°C auf 23°C herab kühlen. Also haben wir das Ziel eine angenehme Temperatur von ca. 24-25° im Wohnzimmer und 23° in den Schlafräumen zu halten erreicht.

Die Steuerung der Inneneinheiten ist komfortabel, es gibt:

eine vollkommen automatische Klimatisierung die 24°C hält

  • Kühlfunktion
  • Heizfunktion
  • reine Ventilation
  • Einschalt-Timer
  • Ausschalt-Timer
  • Sleep-Funktion
  • Temperaturfühler in der Fernbedienung

Die Lüftungsgitter können in verschiedenen Winkeln fixiert, großräumig oder auch in kleinem Bereich geschwenkt werden. Die Anzeige an der Klimaanlage kann ein/ausgeschaltet werden, da die
LED Anzeige in der Nacht etwas zu hell wäre. Außerdem braucht man die Anzeige eigentlich auch nicht, weil ohnehin alles an der Fernbedienung angezeigt wird.


Nach knapp sechs Stunden durchgehendem Betrieb hatten wir eine
signifikante Abkühlung von teilweise mehr als 7°C im Haus. Der einzige Raum der wegen einer verschlossenen Türe im Ergeschoß nicht mitgekühlt wurde, hatte noch die Ausgangstemperatur. So hatten wir einen direkten Vergleich zwischen Badezimmer EG und Kinderzimmer OG, wie man auf den Bildern der Raumcontroller erkennen kann. Natürlich blieb die Einstellung der KLimageräte nicht auf diesem Niveau, weil wir die Temperatur ja eigentlich auf ca. 24° halten wollen, damit der Unterschied zur Außenluft nicht zu groß wird. Zudem würde die Luft im Haus auch zu starkt entfeuchtet werden.

FAZIT

Da unser Haus absolut dicht ist und sich im Sommer wie der Vorhof zur Hölle aufheizt, war die Anschaffung einer Klimatisierung die absolut beste Entscheidung. Endlich kommen wir wieder zu entspannenden Schlaf bei angenehmen Raumklima. Natürlich ist der Preis dafür hoch, auch der Verbrauch der Anlage- selbst bei A++ Anlagen - aber die immer wärmer werdenden Klimabedingungen waren einfach Grund genug für die Anschaffung.

Leider gab es ein kleines Problem mit einem Kondensatschlauch der durch einen Holzspan des Holzbodens im Dachraum an einem Übergang punktiert wurde und daher Lauft ansaugte. Die Kondensatpumpe lief dadurch trocken und sehr laut und das Innengerät begann nach längerem Betrieb zu tropfen. Der Fehler war schnell behoben und nun läuft alles blenden.

Der Einbau lief perfekt und falls Ihr einen Klimatechniker braucht der weiß was er tut, dann meldet euch und ich gebe euch die Nummer und Mailadresse von Manfred Leitgeb, der das bei uns einfach ausgezeichnet gemacht hat.

Donnerstag, 9. Juni 2016

Plasti Dip für die Alufelgen

Diesmal gibt es einen Artikel der nicht unmittelbar mit unserem Haus zutun hat. Eher mit dem Garten :-)

Wir wollten schon länger für frischen Wind bei unserem Auto sorgen, und planten daher es komplett Folieren zu lassen. Nachdem uns nun mehrere Angebote für eine komplette Folierung unseres Seat Leon ST vorliegen, kann ich ruhigen Gewissens sagen, dass diese Art der Veränderung einfach zu teuer wäre. Die Angebote reichen von 1.850,- Euro bis hin zu unglaublichen 3.100,- Euro. Dabei sind die Unterschiede nicht nur in der Qualität der Folie zu finden. Auch die anberaumte Arbeitszeit variiert stark.

Nach gründlicher Analyse und dem vergleichen der Angebote stellte sich heraus, dass es kaum möglich ist ordentliche Vergleiche anzustellen. Einige Anbieter setzen auf stärkere Folien und haben somit höhere Materialkosten sowie einen höheren Arbeitsaufwand für die Anbringung der Folie. Andere Anbieter schwören auf dünnere Folien die sich einfach an die Konturen des Fahrzeugs anlegen lassen. Wie auch immer, kommt eine Folierung wegen der Kosten nicht in Frage.

Als wir dieses Vorhaben schon aufgeben wollten, kam ein Freund und erzählte davon, dass er bei einer Tuning-Messe einen Aussteller sah, der eine Art Folie direkt auf den Wagen aufsprühte. Diese Anwendung wäre erheblich günstiger und vergleichbar mit Folien. Was mich natürlich sehr interessierte.

Somit begann ich mit einer Online-Recherche um etwas mehr über das Dipping heraus zu finden. Dabei stieß ich auf unzählige Youtube-Clips und eine große Zahl an Foren und dementsprechend noch mehr Infos in den Posts. Allerdings gab es eigentlich kaum Hinweise über die Qualität und die Haltbarkeit. Sehr brauchbar waren die Clips die direkt vom Hersteller des Originals Performix eingestellt wurden. Diese findet man übrigens auch auf der Seite des autorisierten Importeurs ProDip unter www.prodip.eu . Dort wird gezeigt wie die Teile vorzubereiten sind, wie man Plasti Dip verarbeitet und wie man Oberflächen lange erhalten kann.

Worum es beim Dippen geht

Das Dippen ist eine Mischung aus lackieren und Folie aufbringen. Es werden dabei gelöste
Kunststoffpartikel fein auf eine Oberfläche aufgesprüht. Während des Trocknungsvorganges, der Schicht für Schicht recht schnell geht, verbinden sich die Partikel zu einer homogenen Oberfläche. Diese ist ähnlich einer Folie und fühlt sich letztendlich auch so an. 

Hat man eine matte Farbe gewählt, dann ist die Oberfläche leicht rau. Durch die Glanzversiegelung, mit der man eine glänzende Oberfläche bis hin zum Metallic-Finish erreicht, fühlt sich die Oberfläche dann auch viel glatter an.

Die Verarbeitung

Verarbeitet wird Plasti Dip genau so wie herkömmlicher Autolack. So gibt es zwei Alternativen. Entweder kauft man sich für kleine Flächen das Plasti Dip Aerosol oder für große Projekte Plasti Dip Galons das sich für die Verarbeitung mit Sprühpistolen eignet.

Werden Sprühdosen verwendet, dann kann man damit schnell und einfach kleine Flächen dippen. Alufelgen und Außenspiegel zählen ebenfalls dazu wie zum Beispiel Rennstreifen oder andere Verzierungen. Bei der Dose muss man naturgemäß darauf achten, dass man die Dosen immer aufrecht oder nur leicht geneigt verwendet, da sonst der Anteil an Treibgas im Verhältnis zum  Plasti Dip zu hoch ist und es sich Tropfen bilden. Außerdem sollte man die Dosen auf einmal aufbrauchen, da sich am Sprühkopf Rückstände bilden die bei einer späteren Verwendung zu einem ungleichmäßigen Sprühbild führen.

Professionelle Lackierer werden mit den Gallonen ihre Freude haben, denn diese kommen bereits vorgemischt und müssen nur noch in den Behälter der Lackierpistole eingefüllt werden. Die Verarbeitung ist dann gänzlich mit einer Lackierung des Autos vergleichbar.

Wie es weiter ging

Nach all den Videos war ich fast überzeugt, dass es die passende Option für unser Auto sein könnte. Allerdings ist es trotzdem ein recht großer Aufwand, wenn man es selbst an seinem Auto anwenden möchte. Und falls man es machen lässt, dann kommt man nicht um hin ein wenig in die Tasche zu greifen, denn auch das Dippen des Autos ist nicht kostenlos. Für einen Kombi in der Größe des Leon ST muss man mit rund 800,- Euro rechnen, wenn man die Arbeit von einem Profi machen lässt. Das ist weitaus günstiger als mit Folie, aber noch immer ein Batzen Geld. Um mir also sicher sein zu können, ob das Dippen wirklich die gesuchte Alternative ist, musste ich es im Kleinen ausprobieren.

Dabei bot es sich an, dass Plasti Dip auch auf Alu-Felgen eingesetzt werden kann. So kann ich mir mal die Anwendung, die Qualität des Ergebnisses und die Haltbarkeit ansehen. Über Verarbeitung und Ergebnis werde ich in diesem Beitrag berichten. Die Haltbarkeit wird sich erst im Laufe der Zeit herausstellen, da ich für meine ersten Versuche die Winterräder unseres Seat Leon ST auswählte. Diese sind meiner Ansicht nach perfekt als Versuchsobjekt geeignet, da sie über einen Zeitraum von etwa fünf Monaten widrigsten Bedingungen ausgesetzt werden. Je nach Witterung sind sie dem Sonnenlicht, Regen, Schnee, Eis und Kälte ausgesetzt. Außerdem wirken neben Streusalz als chemische auch eisiger Schnee in Parklücken als mechanische Einflüsse auf die gedippte Oberfläche ein. Am Ende des Winters wird also klar sein, ob diese Oberflächenbehandlung für die Ansprüche der zentral-europäischen Witterung geeignet ist.

Nachdem klar war was ich machen wollte, bestellte ich mir bei ProDip das benötigte Material um vier Stück Alufelgen mit einem Durchmesser von 16 Zoll zu behandeln. In diesem Fall wird empfohlen eine Dose Plasti Dip Aerosol je Felge zu verwenden, um ein sehr gutes Ergebnis zu bekommen. Dabei handelt es sich um Plasti Dip in Sprühdosen, die vergleichbar mit Spraylack anzuwenden sind. Außerdem orderte ich mir auch noch eine Reinigungsflüssigkeit und ein Mittel mit dem man Bereiche die nicht überzogen werden sollen vorbehandelt.

Die Einkaufsliste war in meinem Fall wie folgt:
In Summe kam alles auf 136,60 Euro inklusive Steuer und Versandkosten. Wobei die Maske mit rund 50,- Euro etwas ist worauf man getrost verzichten könnte. Dann lägen die Gesamtkosten auf knapp 90,- Euro für alle vier Felgen. Nun bin ich allerdings ein Sicherheitsfanatiker und gehe absolut kein Risiko ein, wenn es um Farben und Lacke und die entsprechenden Dämpfe geht. Also liegt mein Preis pro Felge etwas höher, nämlich bei etwa 34,- Euro. Noch immer echt günstig.

Leider habe ich keinen geeigneten Raum in dem ich meine Felgen besprühen kann, daher muss ich das im Freien erledigen. Also musste ich fürs erste mal auf geeignetes Wetter warten. Meistens regnete es oder es gab zumindest einen dauerhaft starken Wind. Beides nicht besonders gut geeignet für mein Vorhaben. Am vergangenen Wochenende war es dann endlich so weit und die Sonne kam raus. Also begann ich mit meinem Projekt.

Die Vorbereitung

Damit Plasti Dip ordentlich auf der auf der Oberfläche der Alufelgen haftet, muss diese gründlich gereinigt und vor allem fettfrei sein. Da die Felgen nun bereits drei Winter lang verwendet wurden und ich in dieser Zeit nie die nötige Leidenschaft aufbringen konnte die Alufelgen zu reinigen, hat sich der Schmutz von rund 25.000 Kilometern Laufleistung auf den Oberflächen niedergeschlagen. Mit einfachen Mitteln konnte ich diesem Schmutz nicht mehr Herr werden.

Somit begann ich damit, die Felgen ordentlich mit einem speziellen Felgenreiniger einzusprühen.
Dieser hat die Eigenschaft Bremsrückstände zu lösen und auch öligen Rückständen auf den Pelz zu rücken. Durch diese Vorbehandlung konnte ich mit dem Hochdruckreiniger bereits einen großen Teil der Verunreinigung entfernen. Es brauchte allerdings einige Durchgänge bis der gröbste Schmutz entfernt war. Im letzten Waschdurchgang reinigte ich die Felgen nochmal mit Felgenreiniger und einem in vier Teile geschnittenen Mikrofasertuch. So konnte ich auch die Zwischenräume sehr gut vom Schmutz befreien.

Nachdem die Räder getrocknet waren ging ich zur eigentlichen Vorbehandlung über. Wieder kamen kleine Mikrofasertücher zum Einsatz auf die ich PreDip sprühte. So konnte ich sicher gehen, dass nicht zu viel des Mittels an die Felgen und Reifen kommt und dann womöglich an diesen Stellen das Ergebnis schlechter würde. 

PreDip kann man recht sparsam einsetzt. Die Flasche die ich hier in der Hand halte reicht locker für ein komplettes Auto aus. Viel wichtiger ist, dass man die Mikrofasertücher regelmäßig wechselt, weil sich dort die fettigen und öligen Rückstände sammeln und man nach kurzer Zeit nicht mehr die gewünschten Ergebnisse erhalten würde.

Nach dieser Behandlung sollte man die Oberflächen ordentlich trocknen lassen. Das wird bei sparsamer Anwendung von PreDip vermutlich nicht besonders lange dauern.

Als die kompletten Felgen mit PreDip behandelt waren, trug ich noch eine dünne Schicht DipRelease auf die Seitenwände der Reifen auf. Das muss natürlich sehr vorsichtig gemacht werden, da sonst unter Umständen an Stellen DipRelease aufgetragen wird an denen eigentlich das Plasti Dip haften soll. Passiert das, dann muss man die Stelle mit PreDip nochmals reinigen, da Plasti Dip dort nicht ordentlich haftet und sich früher oder später unschön ablösen wird.

Die Verarbeitung am 'lebenden Objekt'

Plasti Dip wird im einfachsten Fall mit einer Spraydose aufgetragen. Das funktioniert nicht anders als mit Spray-Lack. So bringt man Schicht für Schicht auf und wartet bis der letzte Auftrag leicht angetrocknet ist. Im Prinzip kann man auch gleich eine deckende Schicht sprühen, muss aber dann eventuell in Kauf nehmen, dass Plast Dip verläuft und Nasen bildet. Das kann beim Auftragen in dünnen Schichten nicht passieren.

Wie bei allen Spray-Dosen ist die Lage der Dose wichtig. Hält man Sie aufrecht oder in einem Winkel ab mindestens 90° zum 'Werkstück', dann kann eigentlich nichts schief gehen. Nur wenn der Winkel zwischen Dose und zu besprühender Oberfläche zu flach wird, dann ist der Anteil an Treibmittel zu hoch und das Sprühbild wird schlechter. 

Als sehr praktisch hat sich der Griff herausgestellt, weil man damit wirklich viel komfortabler arbeiten kann als ohne. Man spart sich das teilweise mühsame Niederdrücken des Spaydosenkopfs und bekommt auch schönere Ergebnisse.

Mir ist bei der Verarbeitung aufgefallen, dass es einige Dinge zu beachten gibt, wenn man im Freien Dippen will. 
  • Die Verarbeitung sollte nicht im direkten Sonnenschein durchgeführt werden, da der feine Sprühnebel teilweise noch vor dem Auftreffen auf der Oberfläche trocknet und dann ersten nicht mehr haftet und zweitens zur Bildung von einer Art Plasti-Dip-Spinnweben führt.
  • Weiters sollte man Plasti Dip ohne zu lange Pausen verarbeiten. Bei vier Alufelgen würde ich sagen, dass man bereits bei der ersten Felge mit der nächsten Schicht beginnen kann sobald man bei der vierten Felge angelangt ist. Die Trocknungszeit sollte ausreichend sein.
  • Außerdem ist es nicht ratsam angebrauchte Dosen ohne eine ordentliche Reinigung der Düse nach einer Lagerzeit zu verwenden. Die Düsen sind dann meist verlegt und man bekommt unschöne Patzer und Tropfen in die Oberfläche. Man sollte also die Düse mit Nitro oder ähnlichem reinigen bevor man die Dose erneut verwendet.
  •  Bei der Verarbeitung spielt die Temperatur ebenfalls eine Rolle. Da ich an einem Sommertag
    arbeitete an dem es Temperaturen bis knapp unter 30° Celsius gab, konnte ich feststellen, dass sich das Oberflächenbild merklich verschlechterte, als die Temperatur über 25° C lag. Vermutlich sollte man also bei der Verarbeitung darauf achten, dass man zwischen 20° und 25° Celsius Umgebungstemperatur hat. Die Oberfläche wird bei höherer Temperatur etwas körnig und nicht ganz so homogen wie bei etwas niedrigeren Temperaturen.
  • Wenn man im Freien arbeitet, dann lässt es sich auch kaum verhindern, dass sich Pollen oder Staub an der zu dippenden Oberfläche festsetzen. Vielleicht wäre hier der Einsatz eines mobilen Partyzeltes eine Möglichkeit um äußere Einflüsse möglichst auszuschließen.
Nach dem Aufbringen von sieben Schichten Plasti Dip auf die Alufelgen unseres Autos, wobei ich mich nicht nur der Vorderseite der Felgen annahm, sondern auch das Tiefbett ordentlich einsprühte, waren die Felgen nicht mehr wieder zu erkennen. Von silber zu mattschwarz in etwas weniger als drei Stunden. Wobei alleine die Reinigung und Vorbereitung etwas mehr als eine Stunde in Anspruch nahm.

FAZIT
Jetzt müssen sich die gedippten Felgen erst mal einen Winter lang bewähren, bevor ich den nächsten Schritt wage und unser Auto dippe. Dabei ist mir klar geworden, dass es nicht ganz so trivial ist wie ich dachte. Vor allem für die Vorbereitung muss man ausreichend Zeit einplanen, und dabei habe ich nur unsere Felgen gemacht. Für ein komplettes Fahrzeug ist der Aufwand wesentlich höher, da man dann auch noch viele Bereiche ordentlich abkleben muss.

Hat man allerdings eine ordentliche Vorarbeit geleistet, dann ist das Ergebnis durchaus überzeugend. Die Oberflächenstruktur ist sauber und kleine Fehler fallen vor allem bei matten Oberflächen nur bei sehr genauer Betrachtung auf.

Kleine Fehler in der Oberfläche sollte man auf jeden Fall vor dem Dippen korrigieren, da tiefere
Kratzer auf Grund der sehr dünnen Beschichtung nahezu 1:1 wiedergegeben werden. Das dünne Material reicht einfach nicht zum Ausgleichen. Auf dem Bild sieht man, dass die Kratzer in den Felgen auch nach dem Dippen noch gut zu sehen waren. Damit habe ich natürlich gerechnet.

Wenn man diese zuvor jedoch entsprechend vorbehandelt und grob aus der Oberfläche ausschleift, dann kann man solche kleineren Schäden durch Dippen der Oberfläche sicher auch heraus bekommen.

So und nun noch zwei Bilder einer fertigen Felge. 
 
Die Oberfläche wurde sehr homogen und lässt erst bei sehr genauem Hinsehen kleinere Fehler erkennen. Die basieren dann hauptsächlich auf der Art der Anwendung. Beim nächsten Mal werde ich sicher nicht unter freiem Himmel, bei über 25° C und im direkten Sonnenlicht dippen, weil meiner Meinung nach dadurch die meisten Ungenauigkeiten verursacht wurden.

Ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden, vor allem, wenn man auch noch die sehr überschaubaren Kosten im Blickfeld behält. Je nachdem welche Kosten man nun dazu kalkuliert, kostete mein Plasti Dip Versuch pro Felge ab 22,50 Euro (ohne Maske). Wenn man mehrere Felgen macht, dann wird es noch günstiger, da man sowohl PreDip als auch DipRelease mehrfach verwenden kann. 

5 von 5 Sternen

Montag, 25. April 2016

Finether Mehrzweckleiter - Minigerüst aus Alu

Die Anwendungsgebiete für eine derartige Mehrzweckleiter sind sehr vielfältig. Wir haben ein Haus und damit immer irgend etwas zu richten oder zu putzen. Dafür besitzen wir bereits zwei Mehrzweckleitern. Allerdings noch keine die man als niedriges Gerüst verwenden kann. Also bestellte ich dieses Modell um es mal genauer anzusehen.

Geliefert wurde die Leiter in einem Karton (120 x 50 x 35 cm). Sie hat nur etwa 13 kg und ist damit ein Leichtgewicht unter den Alu-Leitern.



Schon beim Auspacken war ich der Meinung, dass ich hier etwas ordentliches bekommen habe. Die beiden Fußteile sind nicht montiert und die Öffnungen in denen sie eingeschoben werden müssen sind mit Plastik-Stoppeln verschlossen. Beim
Entfernen der Plastikteile sollte man aufpassen, denn die Schnittkanten des Aluminiums sind an dieser Stelle sehr scharfkantig. Dort habe ich mir auch gleich einen tiefen Schnitt im Finger zugefügt.

Mit jeweils zwei Schrauben werden die Füße in der Leiter fixiert. Um die Leiter in den verschiedenen Positionen zu arretieren sind entsprechende Bajonettverschlüsse in den Gelenken eingebaut. Damit muss man nur jeden Verschluss spannen und kann dann bis zur nächsten Raste weiter drehen. Umgekehrt bleibt der Verschluss beim Zuklappen so lange offen bis die Leiter im 'Lagermodus' ist.

So lässt sich die Leiter als Anlegeleiter, normale Leiter zum Aufstellen, gestützte Anlegeleiter oder auch als niedriges Gerüst verwenden. Für die Verwendung als Gerüst liegen zwei Platten bei die auf dem Gerüst aufgelegt werden. Damit kommt man auf eine Standhöhe von 1,2 Meter und eine Arbeitshöhe von bis zu 3 Metern. Dabei ist das Gerüst stabil genug, dass man nicht andauernd Angst haben muss hinunter zu fallen.

Finether Mehrzweckleiter aus Aluminium als Anlegeleiter oder Gerüst zu verwenden








Freitag, 4. März 2016

Der Tiefenerder

Es gibt einige Gründe warum ein Haus geerdet sein soll oder muss. Hauptsächlich ist es die Schutzerdung der elektrischen Verbraucher die eine Erdung des Hauses notwendig macht. Dabei geht es darum , dass ein Schutzschalter (FI) dies zur Erkennung von Fehlerströmen benötigt. Durch den FI sollen Personen vor Stromschlägen durch defekte Geräte geschützt werden. Weitere Anwendungen sind die Funktionserdung zum störungsfreien Betrieb von elektrischen Geräte und natürlich auch der Blitzschutz eines Hauses, um nur ein paar zu nennen.

Im Normalfall wird bei Neubauten ein Fundamenterder oder ein Ringerder verbaut der genau diese Anforderungen erfüllt. Der Fundamenterder ist ein Stahlband oder ein etwa 8 mm starker Runddraht, vorzugsweise aus Edelstahl gefertigt damit die Erdung nicht frühzeitig der Korrosion zum Opfer fällt, das unter der Fundamentplatte eines Hauses verlegt wird. Ein Ringerder ist ebenfalls aus Edelstahl und wird ringförmig um das Fundament eines Hauses verlegt.

Die benötigte Oberfläche für die optimale Ableitung der Ströme hängt von der geplanten Anwendung ab. Reichen für eine Schutzerdung bereits wenige Meter Material aus, so muss man für einen optimalen Blitzschutz weitaus umfangreicher Planen.

Tiefenerder kommen vor allem bei der Sanierung von älteren Gebäuden bei denen keine Erdung verbaut wurde oder die vorhandene Erdung bereits so korrodiert ist, dass der Übergangswiderstand zu hoch ist zum Einsatz. Bei einem Neubau ist es normaler Weise nicht notwendig sich über Tiefenerder Gedanken zu machen, da man hier ja mit einem Fundamenterder die ideale Lösung hätte.

Anders war es bei unserem Neubau, da die Bauarbeiter bei der Herstellung der Fundamentplatte leider übersahen, dass eine 16 cm starke XPS-Dämmplatte nicht nur ideal gegen Wärmeverluste sondern ebenso perfekt gegen die Übertragung von Strömen dämmt. So legten sie damals die Erdung nicht unter die Dämmplatten, sondern darauf und verbanden sie mit den Baustahlgittern des Fundaments. So wie es sein sollte kamen auch an allen vier Ecken des Hauses und in unserem Technikraum an der Stelle des Elektro-Vertreilers entsprechende Runddrähte aus der Fundamentplatte.

Für mich war leider kein Mangel erkennbar. Erst als der Blitzschutz-Techniker kam und feststellte, dass der Widerstand der Erdung so hoch war, dass er de facto als Isolierung gilt, entdeckten wir den Fehler der beim Bau gemacht wurde. Der Techniker erklärte mir, dass wir eigentlich keinen Blitzschutz benötigen würden, da alle Häuser im umkreis mit entsprechenden System ausgestattet wären und wir lediglich eine Schutzerdung herstellen müssten.

So machte ich mich also schlau was wir für eine Schutzerdung benötigen würden, und erhielt die Info, dass ein Tiefenerder mit 1,5 bis 2 m Länge in der Nähe unseres Verteilerschrankes genügen würde. Für einen ordentlichen Blitzschutz sollten bei unserer Hausgröße bereits an allen vier Ecken des Hauses Tiefenerder mit 5 bis 7 m in die Erde geschlagen werden.


Da wir vorerst mit dem Schutzerder das Auslangen finden, machte ich mich auf die Suche nach einem System das ich selbst anbringen könnte. Dabei fand ich auf eBay Edelstahl-Staberder mit 20 mm Durchmesser und jeweils 1,45 m Länge für jeweils knapp über 60 Euro. Ich bestellte mir einen Stab mit Spitze und ein Verlängerungsstück sowie eine Einschlaghilfe mit SDS-max Bohrfutter.

Die Staberder kamen gemeinsam auf rund 130,- Euro und die Einschlaghilfe schlug nochmal mit 50 Euro zu Buche. Diesen kann man dafür aber mehrfach verwenden und später sicher wieder verkaufen. Trotzdem kam das gesamte Material für einen Erder in Summe auf 187,- Euro inklusive Versand.

Um den Tiefenerder einzuschlagen braucht man nur noch eine Bohrhammer oder Schlaghammer mit SDS-max Werkzeugaufnahme. SDS-max ist ein Schnellspannfutter ähnlich wie bei herkömmlichen Schlagbohrmaschinen. Allerdings ist der Durchmesser des Stabs 18 mm und die Aufnehmung entsprechend massiver. Das abgebildete Teil wiegt 1,5 kg und ist in der Mitte flexibel um beim Einschlagen nicht wegen jeder kleinen Bewegung der Maschine die Stange schief ins Erdreich zu treiben.

Für das Einschlagen des Stabes braucht es eine mächtige Maschine, denn mit einer 'normalen' Schlagbohrmaschine findet man hier sicher nicht das Auslagen. Schließlich muss der Stab in unserem Fall zumindest 2,8 Meter tief ins lehmige Erdreich geschlagen werden, was trotz des geringen Durchmessers nicht ganz so einfach erscheint.

In unserem Fall kam ein Schlaghammer von Bosch, nämlich der Bosch Professional GSH 11 VC mit 1.700 W zum Einsatz. Dieses Gerät besitzt mit einer Schlagenergie von 23 Joule bereits die besten Voraussetzungen für das Einschlagen von Stäben mit bis zu 7,5 Meter Länge (natürlich in handlichen Einzelteilen).

Dieses Gerät ist eigentlich dafür gemacht um Beton und Mauerwerk klein zu meißeln. Die Rezensionen versprachen ein Monster mit so viel Kraft, dass herkömmliche Einfamilienhäuser bereits nach kürzester Zeit nachgeben und in sich zusammen brechen, wenn man das will und auf Zerstörung aus ist. Es handelt sich also um ein echtes Profi-Gerät das zudem noch im preislichen Mittelfeld liegt. In dieser Gewichtsklasse gibt es Maschinen die weit mehr als das Doppelte dieses Schlaghammers kosten und auch nicht mehr Leistung bieten.

Um den Erder richtig zu positionieren entfernte ich neben unserer Bodenplatte zuerst den Schotter aus der Einfassung des Hauses. Ich wusste noch vom Einfüllen, dass das Erdreich an dieser Stelle etwa in 30 cm Tiefe zu finden ist. Als der Schotter aus dem Weg geräumt war konnte ich mich um die Bohrung kümmern.

Damit der Erder später nicht schräg im Erdreich stecken würde, nahm ich die normale Schlagbohrmaschine mit einem 20 mm Bohrer zur Hand und bohrte ein senkrechtes Loch in des Erdreich. Somit konnte ich den Stahlstab bereits 25 cm in die Erde stecken und sicher stellen, dass er später absolut waagerecht stehen würde.

Dann setzte ich das Bosch Monster mit der eingespannten Einschlaghilfe auf den Bolzen des Stabs und schaltete ein. Der Hammer ging ab wie eine Rakete. Wie mit einem elektrisch betriebenen Presslufthammer wurde die Stange in den Boden getrieben, und war nach nicht einmal 90 Sekunden komplett versenkt. Nun steckte ich die Verlängerung auf die erste Stange und hatte den nächsten Kraftakt vor mir.

Da zuvor die Stange bereits knapp 30 cm tief in der Erde steckte und ich diesmal ja noch ein Stück
der Stange heraus schauen lassen musste, lag diesmal der Bolzen für die Einschlaghilfe um etwa 40 cm höher als bei der ersten Stange. Ich musste also den Schlaghammer über Kopf einsetzen, was selbst mit trainierten Oberarmen gar nicht so einfach war. Hätte ich mir eine Leiter geholt wäre es einfacher gewesen - zu einfach für einen 'echten' Heimwerker ;-)

Für das zweite Segment brauchte ich nun doch schon erheblich länger, da die erste Stange bereits einen ordentlichen Reibungswiderstand erzeugte. Etwas mehr als fünf Minuten hämmerte der Bosch Hammer auf die Stange ein, welche zeitweise dadurch etwas stärker in Schwingungen versetzt wurde. Dabei achtete ich darauf, dass ich den Erdspieß nicht zu tief einschlug, damit später der Anschluss zwischen Fundamenterder und Tiefenerder halbwegs leicht zugänglich ist. Auch dieser Einsatz war keine wirkliche Herausforderung für das Gerät.Somit brauchte ich für das Einschlagen der Stangen weniger als sieben Minuten.

Nun musste ich nur noch den Runddraht der Fundamenterdung, der ja bereits mit dem Verteilerschrank im Inneren des Hauses verbunden war, mit dem Tiefenerder zusammen schließen. Auch das war in wenigen Minuten erledigt.

Da mir die entsprechenden Messgeräte fehlen, ich aber trotzdem wissen wollte ob meine Arbeit von Erfolg gekrönt war, versuchte ich mein Glück mit einem einfachen Multimeter. Zuerst steckte ich den einen Kontakt ins Erdreich und hielt den anderen Kontakt an den Runddraht. Der Durchgangsprüfer gab ein Signal und der Widerstand war zwar sehr hoch, aber lag im messbaren Bereich. Bei einem zweiten Versuch hielt ich eine Messspitze an den Runddraht im Inneren des Hauses der an die Potentialausgleichsschiene angeschlossen ist, und die andere Messspitze an die Erdungsleitung des Energieversorgers. Diese Leitung sollte meines Wissens nach in der rund 150 Meter entfernten Trafostation geerdet sein. Erstaunlicher Weise erhielt ich auch hier ein schwaches Durchgangssignal.

Es dürfte also alles soweit korrekt funktionieren und unser Haus nun endlich über eine ordentliche Schutzerdung verfügen. Der Arbeitsaufwand hielt sich dabei auch absolut in Grenzen, wenn man das geeignete Gerät zur Verfügung hat. Hier bieten Baumärkte allerdings Leihgeräte die diesen Zweck erfüllen können.

Sonntag, 24. Januar 2016

Resümee nach über drei Jahren

Die Fertigstellung unseres Hauses liegt nun über drei Jahre zurück. Zumindest im Groben, denn ganz fertig wird man ohnehin nie.

Nach dieser Zeit können wir nun erstmals sinnvoll resümieren, denn nun haben wir schon lange genug gewohnt, um Schwachstellen in unserer Planung und der Umsetzung aufzudecken.

Das Erfreuliche - zumindest für uns - ist, dass wir kaum Punkte fanden bei denen wir eklatante Fehlentscheidungen einräumen müssten. Trotzdem hätten wir so manche Entscheidung besser treffen können, wobei nicht immer ausreichend Informationen für eine ordentliche Entscheidungsfindung vorhanden waren.

Grundrisse, Zimmer und Einrichtung

Bei den Grundrissen und der allgemeinen Bauplanung sind wir auch heute noch der Ansicht, dass es so gut wie kein Potenzial zur Verbesserung gibt. Die Räume sind ideal angelegt, bieten ausreichend Platz zur Entfaltung und sind aus Sicht der Reinigung auch sehr gut eingerichtet.


Mädchenzimmer mit viel rosa 
Jugendzimmer mit eher coolem Touch
Die von unseren Blog-Lesern immer wieder als viel zu groß kritisierten Kinderzimmer sind trotz ihrer Größe von je 21 Quadratmetern nicht ungemütlich und werden von unseren Kindern ausgiebig genützt. Im Gegensatz zu anderen Familien ist unser Wohnbereich im Erdgeschoß zu keiner Zeit mit Spielsachen angeräumt, weil unsere Kids einfach nie ausweichen müssen. In vielen anderen Häusern die von Familien mit Kindern bewohnt werden sieht das Wohnzimmer wie eine Außenstelle der Kinderzimmer aus. Natürlich hat das auch ein Wenig damit zu tun, dass die Kinder sich gerne in der Nähe der Eltern aufhalten, allerdings sehen unsere Kindern keine Veranlassung ihre Spielsachen ins Wohnzimmer zu schleppen. Statt der Eltern müssen dann halt immer wieder Freunde eingeladen werden, was uns ohnehin angenehmer erscheint. Gemeinsame Zeit verbringen wir genug, auch ohne Playmobil und Co. im Wohnzimmer.

Auch die Fliesenböden stellten sich im Nachhinein betrachtet eher als positiv heraus. Keine Spur von zu kalt zum Spielen und ungemütlich. Durch die Fußbodenheizung werden die Böden konstant auf einer Temperatur von etwa 24° Celsius gehalten. Natürlich haben Fliesen die Eigenschaft durch ihre sehr gute Wärmeleitfähigkeit eher als kühl wahrgenommen zu werden. Unangenehm sind sie trotzdem nicht, wenn man am Boden sitzt und spielt. Wobei sich die Zeiten des Spielens am Boden bei uns sowieso bereits reduzieren. Mit zunehmenden Alter der Kinder verlagert sich das Spiel immer weiter nach Oben.

Seit unserem Einzug haben sich aber gerade bei den Kinderzimmern ein paar Änderungen ergeben. So hat unser Sohn mittlerweile eine eigene Couch in seinem Zimmer, auf der er chillen und lesen kann, die dann auch noch eine Schlafgelegenheit für seine Gäste enthält.

Unsere Tochter erweiterte den Einrichtungsumfang nur um eine Zimmerpflanze und verschiedene selbst gemalte Bilder an der Wand.

Beide Kinder bekamen zu Weihnachten Luftbefeuchter aus Zirbenholz geschenkt die einen angenehmen Geruch verströmen und für einen ruhigeren Schlaf sorgen sollen. Zudem lässt sich damit natürlich auf die Luftfeuchtigkeit ein bisschen anheben, was vor allem im Winter recht gut ist.

Fadenvorhang im Schlafzimmer
Im Schlafzimmer brachten wir ebenso wie in den Kinderzimmern einen dezenten Sichtschutz am Fenster an. Grundsätzlich bin ich kein Freund von Vorhängen, weil wir sowieso Rollläden an den Fenstern haben die am Abend für einen perfekten Sichtschutz sorgen. Unter Tags sieht man durch die stark spiegelnden Fenster kaum in die Räume, weshalb für mich Vorhänge eine eher untergeordnete Rolle spielen. Meine Frau sieht das naturgemäß etwas anders, weshalb wir letztendlich doch in einigen Räumen so etwas wie Vorhänge montierten.
Die Ankleide

In den Kinderzimmern und im Schrankraum wurden die fix verglasten Fenster mit Fadenvorhängen die auf Klemmstangen für Duschvorhänge aufgefädelt sind etwas netter gestaltet. die so entstandenen Kosten von knapp 30 Euro je Fenster und das fehlen von Montageaufwand wegen des einfachen Klemmmechanismus waren für mich sehr überzeugend.

Auch im Schlafzimmer gibt es jetzt einen Fadenvorhang der seitlich von zwei Stores eingefasst ist. Dadurch wird die Sicht von Außen ins Schlafzimmer am Abend so gut wie gar nicht eingeschränkt weshalb man auf das Runterlassen des Rollladens nicht verzichten kann. Aber mit Vorhang sieht der Raum gleich wohnlicher aus.

Der Vorhang im Schrankraum sorgt unter Tags aber wirklich für einen zusätzlichen Sichtschutz, da man durch unter bestimmten Lichtvoraussetzungen von Außen hinein sehen konnte. Im Gegensatz dazu nimmt der Fadenvorhang dort nicht so viel Licht weg, dass man geneigt wäre unter Tags das Licht anzuschalten.

Kaum Veränderungen gab es im Gästezimmer, da dort die sehr funktionelle Einrichtung kaum mehr verbessert werden konnte. Sowohl das IKEA Bett das sich auf die Breite eines Doppelbettes ausziehen lässt als auch die Kästen passten schon sehr gut. Also mussten wir hier auch nicht nachbessern. Lediglich ein Fliegengitter wird dieses Jahr an der Außenseite des Fensters dazu kommen, damit unsere Gäste das Fenster in der Nacht offen lassen können ohne im Sommer von Gelsen zerstochen zu werden.

Auch im Vorzimmer kamen nur ein paar Bilder und eine Wandleuchte hinzu seit wir eingezogen sind. Im Winter ist der obere Vorraum etwas dunkel, wenn alle Türen zu den Zimmern geschlossen sind, da dann zu wenig Licht beim großen Fenster im Stiegenhaus herein kommt. Dieser Umstand ist aber einfach nicht zu verhindern, weil unser Vorraum ein reiner Zubringer zu den Räumen ist und wir für eine besser Versorgung mit Tageslicht nicht auf Raum in einem der Zimmer verzichten wollten.

Wenn ich gerade beim Stiegenhaus bin: Dort ist uns nach ein paar Wochen bereits ein kleiner Fehler in unserer Planung aufgefallen. Wir verzichteten aus optischen Gründen auf einen Handlauf an der Mauerseite, da wir dachten, dass der Handlauf der Treppe mit den Glasplatten ausreichen würde. Dabei dachten wir nicht an unsere und vor allem die Besucher-Kinder, die mit einer besonderen Leidenschaft entweder das Glas unter
Immer wieder Fettfingerchen am Glas
und dunkle Kinderhandabdrücke an
den Wänden
dem Handlauf oder die weiß gestrichene Wand zum Abstützen verwenden. Der Handlauf selbst dürfte für die meisten Kinder zu hoch liegen. So weisen die Glasplatten der Treppe immer nachdem wir Besuch hatten unzählige Fingerabdrücke auf, die sich vom Glas jedoch leicht wegwischen lassen. Viel unangenehmer sind die Handabdrücke auf der weißen Wand, die sich vom Treppenansatz an der kompletten Wand entlang erstrecken. Zu Beginn versuchten wir diesen Flecken noch mit einem Schmutzradierer Herr zu werden. Mittlerweile haben wir es allerdings bereits aufgegebenen und warten einfach darauf, dass die Kids alt genug sind. Dann werden wir die Wand streichen und drauf hoffen, dass die weiße Farbe dann länger unbeschmutzt bleibt. Eventuell setzen wir an dieser Stelle dann Latexfarbe ein die man abwaschen kann.

Ebenfalls eine farbliche Veränderung werden wir in den Toiletten vornehmen, da sich dort der
LED Beleuchtung in der
Dusche
Einsatz von abwaschbarer Wandfarbe in jedem Fall lohnt. Es ist einfach hygienischer, wenn man die Wände reinigen kann.

Unabhängig von der Farbe und eines zusätzlichen Spiegels von IKEA der nun die Betrachtung des ganzen Körpers zulässt, hat sich im Bad des ersten Stocks hauptsächlich die Beleuchtung geändert. So kam eine Glasplatte über den Spiegeln hinzu unter der sich zwei LED-Streifen befinden. Je ein kaltweißer und warweißer Streifen erhellen das Bad nun von Oben. In der Dusche kam ebenfalls eine Glasplatte an die Decke unter der ein RGB-LED-Streifen für unterschiedliche Farbstimmungen sogt. Die Farben werden über eine kleine Fernbedienung umgestellt. Die LED-Streifen sind in jedem Fall auf kleinen Holzleisten fixiert.

Außerdem stellten wir einen Hocker aus Massivholz neben die Badewanne um die ganzen Wässerchen und Essenzen irgendwo abstellen zu können.

Mit der Entscheidung, Küchenmöbel im Badezimmer einzusetzen lagen wir übrigens absolut richtig. Nach mehr als drei Jahren erkennt man nicht einmal im Ansatz irgend welche Abnutzungserscheinungen an den Schränken. Weder der tägliche Gebrauch noch die höhere Luftfeuchtigkeit konnten den Küchenmöbeln von IKEA in unserem Bad zusetzen. Wir würden uns auch jetzt mit Sicherheit wieder dafür entscheiden.

Die Badewanne hätten wir hingegen getrost weglassen können. Auch wenn unsere Tochter immer wieder gerne baden geht, brauchen wir die Wanne vorwiegend in den kalten Monaten und dann auch nur ein bis maximal zwei Mal pro Monat. Somit verwenden wir die Wanne etwa 6-12 Mal pro Jahr. Also eher selten.

Auch im Erdgeschoß sind wir mit der gewählten Raumaufteilung zufrieden. Jedoch geht uns ein ordentlicher Lagerraum im konditionierten Raum ab. Der Dachboden und die Gartenhütte haben sich als eher ungeeignete Lagerflächen für temperaturempfindliche Gegenstände erwiesen. Außerdem können wir im Sommer nichts kühl lagern was nicht in den Kühlschrank passt. Besitzer eines Lagerraums im Keller haben hier einen entscheidenden Vorteil, denn haben im Keller meist eine konstante Temperatur zwischen 15° und 18° Celsius, wenn der Keller nicht extra beheizt wird. Wir lagern daher zum Beispiel unsere Ski und Skischuhe im Büro, da es dort keine großen Schwankungen gibt. Die Ski am Dachboden wären im Sommer Temperaturen von bis zu 60° Celsius ausgesetzt und würden entsprechend darunter leiden. Dafür sinkt dort oben im Winter die Temperatur oft weit unter den Gefrierpunkt was für andere Lagerobjekte manchmal ebenso ungut ist.

Seit unserem Einzug wurde an der Küche kaum etwas verändert. Lediglich die Rückwand hinter der

Blick in die Küche
Arbeitsfläche ist durch eine weiße Glasplatte 'veredelt' worden und kann nun mit einem feuchten Tuch abgewischt werden. Früher hatten wir einfach die Flecken an der weißen Wand und mussten damit leben. Die Glasplatte ist übrigens eine, an der Rückseite weiß lackierte und 5 mm starke Platte.
Ebenso aus Glas ist die Platte mit der die LED-Streifen über der Kochinsel versteckt wurden. Dieses Glas ist jedoch nur einseitig mattiert und lässt ausreichend viel Licht durch um die Küche gut zu beleuchten. Trotzdem scheint die Technik darunter nur ganz dezent durch. Ebenso sind wir mit der Beleuchtung über der Bar verfahren. Dort befinden sich unter der Glasplatte ein weißer LED-Streifen und ein RGB-LED-Streifen die jeweils unabhängig von einander geschaltet werden können.

Das Design der Küche würden wir wieder so halten. Also alles weiß mit dunklen Akzenten. Allerdings würden wir eines definitiv nicht mehr so machen, wie wir es beim ersten Aufbau der Küche taten. Wir würden uns keine Arbeitsplatte aus Akazienholz anfertigen lassen, denn dieses Holz unterliegt einer enormen Schrumpfung wenn es noch nicht komplett getrocknet verkauft wird. Als wir die Arbeitsplatte bei BAUHAUS kauften und uns dann vom Tischler auf unsere Küche anpassen ließen, wussten wir nicht, dass dieses Holz bis zu 3% schrumpft wenn es an Feuchtigkeit verliert. In unserem Fall heißt das, dass die Arbeitsplatte von 102 cm breite an der Kochinsel auf knapp unter 100 cm zusammen gegangen ist. Dadurch stehen nun die Ladenfronten der Schränke über die Arbeitsplatte hinaus. Das sieht nicht besonders hübsch aus und ist unpraktisch weil gerne mal Brösel in die obersten Laden fallen. Sobald wir etwas Geld auf der Seite haben werden wir die Arbeitsplatte wohl tauschen lassen.

Großer Esstisch der auf 300 cm
ausgezogen werden kann
Der neue Esstisch hingegen war eine gute Anschaffung. Natürlich immer unter dem Augenmerk, dass er um etwa 70% günstiger war als vergleichbare, massiv wirkende Tische und dementsprechend natürlich seine Tücken hat. So ist die Tischplatte relativ dünn und auch ziemlich kantig. Dadurch drückt sie bei längerem Sitzen mit aufgelehnten Armen schon mal etwas ungut in die Unterarme. Je kleiner man ist, desto intensiver spürt an das. Ich werde vermutlich ein bisschen was von der Kante abtragen damit ich den Effekt etwas abschwächen kann. Allerdings muss ich mir zuvor ansehen ob das mit diesem Tisch überhaupt geht ohne, dass dann die Kanten heller sind als der Rest der Tischplatte.
Der Kamin heizt das
ganze Haus und das
Warmwasser

Ebenfalls im großen Wohnraum befindet sich der Kamin an dessen Seitenwand wir eine Lampe im Fackel-Design montierten. An der gegenüberliegenden Seite bauten wir ein Regal in dem wir die Holzbriketts für unserem Kamin lagern können. Neben dem Holz ist dort auch der Subwoofer der Stereoanlage sowie der Verstärker und der Blu-Ray Player untergebracht.

Wohnecke im Wohnraum
Anfangs hatte ich ein wenig Bedenken, dass die aus dem Kamin immer wieder heraus fallenden glühenden Holzstückchen dem Boden davor Schaden zufügen könnte. Die Granitplatten im Kopfsteinpflaster-Look bekamen zwar im Lauf der Jahre einige Brandflecken. Die verleihen dem Boden jedoch einen ganz eigenen Charm. Ein einziges Mal passierte es, dass ein glühendes Holzstück aus dem Ofen fiel und bis an das Ende des gepflasterten Bereichs rollte. Glücklicher Weise wurde der Holzboden dadurch nicht beschädigt. Das jedoch nur, weil Sabine so schnell reagierte und das glühende gleich Holz auf die Metallschaufel nahm.

Neu hinzu gekommen ist auch eine Truhe für die Sitzauflagen der Gartenmöbel. Wir wollten nämlich nicht jedes Mal in die Gartenhütte gehen um die Auflagen zu holen. Daher lagern wir diese im Sommer im Wohnzimmer. Da wir die Auflagen im Winter nicht benötigen, dient die Truhe dann eher als große Fläche für weihnachtliche Deko und als Stauraum für unsere Fitness-Artikel. Wie auch schon im Obergeschoß setzte meine Frau ihren Wunsch nach Stoff um die Fenster durch. Also montierte ich auch im Wohnzimmer Gardienenstangen und seitliche Stores. Zugegebener Maßen wurde der Wohnraum dadurch wirklich wohnlicher, also waren das gut investierte 140,- Euro.

Die Innentüren

Unser Entscheidung fiel damals auf DANA Türen, weil diese angeblich sehr hochwertig wären und weil es das DANA Motion System als Türdämpfer ein sehr vielversprechendes System war.

Nach mehreren Jahren des Ärgers sind wir uns absolut sicher, dass die Türen von jedem anderen Anbieter vermutlich besser gewesen wären. Entweder sie wären günstiger oder zum gleichen Preis besser verarbeitet gewesen.

Die Türstöcke reagieren sehr empfindlich auf Stöße mit dem Staubsauger, wenn man die Kurve mal zu eng nimmt. An zwei Türstöcken sind bereits die Kanten ausgebrochen, da der Überzug der Platten sehr dünn ist.

Die Magnetschließen der DANA Türen sind definitiv nur was für Leute die unempfindlich auf Geräusche reagieren oder einfach mit Schwerhörigkeit geschlagen sind. Bei jedem Öffnen und Schließen der Türen machen die Türschlösser sehr stark vernehmbare Klickgeräusche. Darauf kann man getrost verzichten.

Das DANA Motion System ist dann die schlimmste Folter am Türensektor. Die Konstruktion des Schließmechanismus ist derart schlecht durchdacht, dass sich das Gestänge beim Öffnen und vor allem beim Schließen der Türen ziemlich stark verspannt. Als Resultat dieser Verspannungen erhält man ein lautes Knallen das in der Nacht so ziemlich jeden Bewohner des Hauses aus dem Bett hebt. Die Probleme haben wir bereits in einem anderen Post beschrieben.

Heizung und Haustechnik

Wenn es etwas gibt, das wir bei einem Neubau anders machen würden, dann betrifft es die Heiztechnik. Dabei war die Überlegung das Haus nur durch den zentralen, wasserführenden Kaminofen zu beheizen absolut richtig. Allerdings trafen wir eine falsche Entscheidung mit dem Lieferanten der Solaranlage. Unsere Wahl einen österreichischen Anbieter zu vertrauen war zwar löblich, in unserem Fall aber leider ein absoluter Reinfall.

Die Solaranlage

Wir ließen die thermische Solaranlage die wir bei Santer Solarprofi GmbH kauften vom Installateur einbauen. Dieser füllte die Anlage auch und nahm sie in Betrieb. Dabei schien alles problemlos zu laufen. Nachdem die elektronische Steuerung eingestellt war und der Sommer kam, lief die Anlage meist nur bis um zehn Uhr vormittags. Weil die Anlage bereits sehr früh stagnierte, das bedeutet, dass die Pumpe wegen einer Überhitzung des Systems abschaltet. Daraufhin heizen sich natürlich die Solarkollektoren am Dach noch stärker auf. Dadurch werden die Dichtungen zwischen den Kollektoren über Gebühr belastet und werden in Kombination mit dem Glykol im Kreislauf brüchig.

Schon nach wenigen Tagen nahm ich Kontakt mit dem Hersteller (Santer Solarprofi) auf um das Problem mit der Stagnation zu besprechen. Dort erhielt ich von einem Techniker die Auskunft, dass das bei der Größe unserer Anlage (20 qm) normal sei, da die Kollektoren sehr schnell aufheizen. Also machte ich mir keine weiteren Sorgen deswegen. Da aber der Druck in der Anlage dadurch auch immer auf einen sehr hohen Wert stieg kontaktierte ich den Hersteller abermals. Wieder war die Aussage die Gleiche und ich sollte mir keine Sorgen machen. Über zwei Jahre ging das so, dass wir kaum solare Erträge hatten und die Anlage schon früh stagnierte.

Als nach zwei Jahren die Pumpe den Geist aufgab musste diese von unserem Installateur getauscht werden. Dabei stellte dieser fest, dass ein Rückschlagventil in der Solarstation defekt war und die Anlage deswegen permanent so früh stagnierte weil dadurch ein sehr hoher Widerstand in der Vorlaufleitung war. Seit unser Installateur die Pumpe und das beschädigte Billigventil gegen ein Qualitätsventil getauscht hatte, lief die Anlage nahezu problemlos und ohne Stagnation. Nicht ein einziges Mal schaltete sich die Pumpe ab. Von wegen zu groß dimensioniert und ganz normal. Der Techniker des Herstellers war also offensichtlich nicht kompetent genug um uns auf eine mögliche Abweichung vom Sollzustand hinzuweisen, da er sich scheinbar mit der Materie nicht auskannte.

Durch die häufige Stagnation wurde wie gesagt die Dichtungen zwischen den Kollektoren angegriffen, was dazu führte, dass unsere Solaranlage nach drei Jahren Betrieb bereits undicht wurde und innerhalb eines Tages bis zu drei Liter Wärmeträger verlor. Nun müssen wir uns auf die Suche nach der undichten Stelle machen. Dazu müssen wir die Dachhaut von innen öffnen, da wir sonst nicht an die Verbindungsstücke ran kommen. Hoffentlich ist die Undichtheit dort zu finden. Falls nicht könnte es noch sein, dass in einem Kollektor die Kanäle gerissen sind. Dann wird die Sanierung noch schwieriger. Somit kann ich mit Sicherheit sagen, dass die Entscheidung für die Santer Solarprofi GmbH als Hersteller der Solaranlage ein absoluter Fehlgriff war.

Der Holzofen

Es ist nicht immer komfortabel den Ofen einzuheizen um genügend Warmwasser zum Duschen zu haben oder um das Haus zu heizen. Vor allem an sehr kalten Tagen müssen wir oft wirklich kräftig einheizen, da sonst das Haus schnell etwas unterkühlt wirkt. Da werden schon 20-30 kg Briketts im Ofen verbrannt.

Durch den Ofen entsteht ein sehr angenehmes und gemütliches Umfeld. Mit einem Buch auf der Couch, einem Tee auf dem Couchtisch und einem Feuer im Kamin ist pure Entspannung vorprogrammiert.

Als Unterstützung der Heizung steckt in unserem Wärmespeicher ein Heizstab mit 6 kWh Leistung der 1:1 Strom in Wärmeenergie umwandelt. Das ist nicht besonders effizient. Daher würde ich bei einer Neuplanung vermutlich die Zusatzheizung durch eine Luft-Wasser-Wärmepumpe machen. Das ist zwar in der Anschaffung und Installation etwas teurer, aber viel komfortabler.

Garten

Wir verzichteten aus Kostengründen auf die Verlegung von Platten im Garten und bauten unsere Terrasse aus Kunststoffbrettern (WPC). Außerdem wurden die Wege ums Haus und der Autoabstellplatz nur mit Schotter aufgeschüttet, da dieser weitaus günstiger war als Platten. Jedoch muss man schon sagen, dass es ordentliche Abstriche in Punkto Komfort bedeutet. So werden die WPC Dielen bis zu 80° Celsius heiß. Dass man auf diesen Brettern nicht mehr barfuß gehen kann ist nachvollziehbar. Außerdem verformen sie sich im Laufe der Jahre stark unter dem Einfluss von sehr hohen und sehr tiefen Temperaturen. Dadurch beginnt die Terrasse auch zu klappern wenn man darüber geht.

Die Wege und der Autoabstellplatz sind durch den Schotter sehr anfällig für wucherndes Unkraut. Außerdem verursachen laufende und spielende Kinder immer wieder tiefe Löcher im Schotter und starke Steinansammlungen im Rasen. Darauf reagiert dann der Rasenmäher-Robotor ein wenig verschnupft wenn er drüber fährt.

Ebenfalls anders machen würde ich die Bewässerung. Diese ist bei uns so ausgelegt, dass sie ausschließlich Wasser aus unserer Zisterne pumpen kann. Nun war der letzte Sommer so trocken, dass wir andauernd Wasser in die Zisterne füllen mussten, welches von dort über das Hauswasserwerk wieder heraus gepumpt werden musste. Hätten wir gleich von vornherein einen Anschluss an die Wasserleitung vorgesehen, dann hätten wir keine Probleme damit gehabt.

Alles in Allem sind wir also mit unserer Planung und mit der Ausführung sehr zufrieden. Lediglich ein paar Kleinigkeiten beschäftigen uns. Die Solaranlage ist dabei unser größtes Sorgenkind, das wir hoffentlich in diesem Jahr wieder dicht bekommen. Außerdem wird die Garderobe neu zu gestalten sein. Davon werden wir sicher hier im Blog berichten.