Mittwoch, 31. Juli 2019

Die Schalung - das unerklärbare Phänomen

Vor zwei Tagen mühten sich die Arbeiter ab mit den ersten Schalungen für die Punktfundamente unseres Carports. Wir erhielten für die Fundamente ein Planskizze unseres Zimmerers, auf der er die Lage und die Ausführung der Fundamente beschrieb und einzeichnete.

Laut des Plan gibt es unterschiedliche Fundamente. Ein Streifenfundament das 10 cm unter der Oberkante des fertigen Belags liegt, und 13 Punktfundamente die jeweils 15 cm unter der Oberkante des Belages liegen sollten. Zudem ist die Lage der Fundamente natürlich essenziell, da dort später die tragenden Elemente der Überdachung stehen werden.

Als ich vorgestern am Abend die Lage der Fundamente kontrollierte, stellte ich fest, dass beide nicht einmal annähernd dort waren, wo sie hingehörten. Zudem waren sie auf unterschiedliche Niveaus geschalt, obwohl sie gleich hoch sein sollten. Das besprach ich am nächsten Tag mit dem Polier und wir stellten fest, dass er den falschen Plan für die Maße verwendete.

Kann passieren. Also ging ich arbeiten und sah gestern am Abend die Schalungen für vier Fundamente in unserer Einfahrt. Beim Nachmessen stellte sich heraus, dass 3 der vier Fundamente falsch waren. auch die von vorgestern waren wieder falsch positioniert. Das vierte war an der richtigen position aber 5 cm zu hoch. Das besprach ich heute mit dem Polier. Er glaubte es zuerst nicht und stellte dann fest, dass sie offensichtlich wieder falsch gemessen hätten. Diesmal lag es nicht am Plan.

Somit wurden die Schalungen heute abermals korrigiert. Allerdings konnte ich sie jetzt nicht mehr nachmessen, da heute am späten Nachmittag bereits der Lieferbeton kam und die Fundamente nun gegossen sind. Ich hoffe, dass die Positionen nun passen, denn jetzt wird jede Änderung richtig schwierig.

Es wird betoniert

Obwohl ich mehrfach nachfragte, wollten die Bauleute weder die Künetten abschalen noch vor dem Betonieren eine Drainageschicht mit Rollschotter einbringen. Dabei ging es mir weniger um die Stabilität der Fundamente, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass ein massiver Betonblock mit 40 cm Breite und fast 60 cm Höhe sich durch irgendwelche Witterungsbedingungen beeindrucken lässt. Ich dachte hier eigentlich an die Wirtschaftlichkeit, da Lieferbeton doch recht teuer ist und das bei uns mit etwas weniger als 60 Laufmetern durchaus kostenwirksam bemerkbar machen würde.

Uns konnte es eigentlich egal sein, da wir einen Pauschalpreis vereinbarten, aber ich dachte halt, dass sich unter Umständen die Baufirma etwas Geld sparen könnte. War nicht gewünscht. Auch gut.

Wenigstens konnte ich den Polier davon überzeugen, dass er neben dem Pool ein Schalbrett einlegen sollte, damit der Beton in der Künette später nicht die nur rund 15 cm dicke Erdschicht zum Pool abdrücken würde. Wäre das passiert, dann wäre sämtlicher Beton aus der Künette in den Pool gelaufen. Ein ziemlicher Schaden.

Heute kam also die Betonlieferung. Und das gleich mal um über 2 Stunden verspätet, weil die Betonpumpe bei einer anderen Baustelle aufgehalten wurde. So blieb den Arbeitern wenigstens genug Zeit um noch ein paar Schalungen für Punktfundamente fertig zu stellen. Die konnten Sie gleich füllen, wenn die Pumpe dann da war.

Das Betonieren dauerte letztendlich etwa zwei Stunden, in denen der Fundamentstreifen entlang der Grundstücksgrenze, die Punktfundamente die bereits geschalt waren (leider waren 4 Fundamentschalungen noch nicht fertig) und sogar die Bodenplatte des zusätzlichen Poolbereichs
betoniert werden. Dann hatte der Fahrer der Betonpumpe auch noch ein Problem mit der Schwerkraftbremse und brachte die Kugel nicht aus dem Förderrohr. Dabei wurden Unmengen Wasser und wässriger Beton im Bereich des straßenseitigen Fundaments vergossen, wodurch sich das Niveau nicht mehr glatt und homogen herstellen ließ. Nun ist an dieser Stelle eine Wölbung im Fundament wodurch auch die Schalsteine nicht in der Waage gelegt werden konnte. Das lässt sich allerdings durch die abschließende Ausgleichsschicht, den Betonkranz, wieder ausgleichen.


Der Poolabriss

Gut das klingt vielleicht jetzt etwas schlimmer als es ist. Allerdings sagt der Titel nichts über die unglaubliche Arbeit aus die dahinter steckt.

Grundsätzlich planen wir einen Komplettumbau unseres Styroporstein-Pools, da wir 2011 eine GFK-Römertreppe einbauten, die wir nun durch einen gemauerten Einstieg ersetzen wollen. Der Grund für diese massiven Umbauarbeiten liegt an unserem Plan, den Pool von einem Skimmer-Pool zu einem Überlaufpool umzurüsten. Dabei soll in Zukunft das Wasser entlang der hinteren Längsseite über die Poolkante treten und in einer Rinne zum Schacht rückgeführt werden. Am Ende der Rinne wird ein Grobfilter angebracht, der Blätter und Tiere ausfiltern soll. Dann wird das Wasser in ein Ausgleichsbecken geleitet, das sich im jetzigen Technikschacht des Pool befinden wird.

Von dem Ausgleichsbecken wird das Wasser dann nach Oben in einen neuen Technikraum (der aus alten Ziegelsteinen gemauert werden soll) gepumpt, im Wärmetauscher erhitzt und dann an der neuen Treppe mit Sitzplatz eingeleitet werden. Als Besonderheit versuche ich dem Wasser auf dem Weg zum Sitzplatz über einen Kompressor Druckluft mitzugeben. So soll beim Sitzplatz und der Treppe später eine Art Mini-Whirlpool entstehen.

Zudem sind noch ein paar andere Pool-Attraktionen geplant, denen ich jedoch später mal einen Beitrag widmen werde, denn jetzt geht es erst Mal um den Abbruch der alten Treppe. Und gerade das gestaltet sich sehr schwierig, da ich leider vergaß, dass wir die Treppe nicht nur mit massiven Stahlbolzen an der Betonmauer fixierten, sondern auch durch eine 30 cm hohe Faserbetonschicht mit Bewährung sicherten. Somit wurde das Demontieren der Treppe zur Tortur.

Die Gewindestangen, die die Treppe hielten, waren teilweise so stark verrostet, dass ein Lösen der Muttern unmöglich war. Hier blieb nur der Einsatz des Winkelschleifers übrig. Wobei das nur der kleinere Teil der Übung war. Als ich nämlich die massive Betonschicht am Fuß der Treppe entdeckte, wollte ich eigentlich schon wieder aufgeben.

Mit meinem Abbruchhammer konnte ich dem Beton stückweise Herr werden. Aber es dauerte fast vier Stunden bis die 2 Meter breite, 25 cm starke und und 45 cm hohe Betonschicht abgetragen war. Nicht gänzlich, weil ich für die später zu gießende zusätzliche Bodenplatte des Pools eine feste Verbindung mit der bestehenden Poolmauer haben wollte. So ließ ich die Bewährung stehen und ersuchte den Betonziegel zum Teil zu erhalten.

Als nächstes musste ich dafür sorgen, dass die zusätzlichen Poolwände Platz finden würden. Da das Loch dafür zu klein und der Boden mit Ziegelbruch vom Hausbau gefüllt war, vergrößerte ich zuerst das Loch auf das richtige Maß und schaufelte dann händisch das Erdreich und den Schutt weg. Weil unser Grundstück zu dem Zeitpunkt schon wie nach einem Bombenangriff aussah, transportierte ich das Material in Schuttkübeln vom Pool weg. Rund 60 mal war ich mit je zwei Kübeln unterwegs, bis das Loch passend war.

Nachdem das Loch nun passte, konnte ich bestehendes Material verwenden um den Boden für die Bodenplatte vorzubereiten. Kies und Schotter lagen vor unserer Gartenhütte, und mussten dort ohnehin weg. So traf es sich recht gut, dass ich ordentlich viel davon - ich glaube, dass es etwa 10 Scheibtruhen voll waren, dort abladen konnte. Nach guten sieben Stunden arbeit am Pool war das Loch vergrößert, das Aushubmaterial entfernt und der Boden für die Betonplatte vorbereitet.

Gerade rechtzeitig, denn am nächsten Tag kam der Lieferbeton für die Fundamente unserer Einfriedung und ich hoffte darauf, dass vielleicht ausreichend Beton übrig bleiben würde, damit sich die Bodenplatte ausgeht. Und meine Hoffnung wurde erfüllt, denn nachdem die Fundamentstreifen um unser Grundstück gefüllt und auch die Punktfundamente bereits gegossen waren, blieb noch genug Beton für die Poll-Bodenplatte übrig und es musste sogar noch fast ein Kubikmeter zwischen den Fundamentstreifen der zukünftigen terrasse verteilt werden , da so viel geliefert wurde.

Schon einen Tag später war ich dabei die Styroporsteine aufzustellen. Wie vor 8 Jahren ließ sich das ganz leicht erledigen. Mit einem Fuchsschwanz schneidet man die Blöcke in 25 cm Schritten zurecht und setzt sie wie Lego zusammen. Schlussendlich werden sie mit Montageschaum am Boden fixiert und sind bereit um mit Beton gefüllt zu werden. Natürlich darf man nicht vergessen zuvor die Einbauteile, wie Einlaufdüsen, Scheinwerfer, etc. in die Wände einzuschäumen, denn wenn mal der Beton drin ist, geht nichts mehr.


Freitag, 26. Juli 2019

Die Gartenbaustelle - es geht los

Es hat lange gedauert bis wir uns mit einer Baufirma einigen konnten. Dabei ging es nicht alleine um den Preis, sondern vorrangig um den Zeitfaktor. Auf Grund der günstigen Konditionen bei Finanzierungen sind sämtliche Unternehmen im Baugewerbe völlig überlastet. Völlig egal ob Baufirmen, Zimmereien oder Dachdecker, alle sagen das Gleiche: 'Wir haben derzeit zu viel zu tun!'

Die Preisspanne der Angebote lag zwischen 36.000,- beim günstigsten und 65.000,- beim von der Realität am weitesten entfernten Angebot. Die realistischen Anbieter lagen zwischen 41.500,- und 45.000,- Euro, wobei wir uns letztendlich nicht für den Billigstbieter und auch nicht für den 'Bestbieter' entschieden, sondern einem Bauunternehmen den Vorzug gaben, das bei einer Freundin von uns bereits Arbeiten durchführte und uns empfohlen wurde.

Am 22. Juli war es dann endlich soweit und der Bagger rückte an
um Abbrucharbeiten durch-zuführen und die Oberfläche abzugraben. Auch wenn es langsam voran ging, waren am Ende der ersten Woche die Künetten für die Einfriedung und ein Streifenfundament ausgehoben, und ein Teil des Geländes war abgegraben und das Erdreich dank der Großzügigkeit des Nachbarn auf dessen Grundstück zwischengelagert. Damit können wir etwas Geld sparen, da wir später nicht wieder Erde besorgen müssen, die wir zuvor entsorgen ließen.

Auch ein Fundament, das von Sabine und mir vor 8 Jahren hergestellt wurde, wurde abgetragen und entsorgt. Zudem wurde das Grädermaterial, das sich in den Wegen befand verteilt, damit weniger zu entsorgen war.

Wir hätten zwar gehofft, dass am Ende der ersten Woche mehr passiert wäre, aber es ist mal ein Anfang. Mal sehen was die kommende Woche bringt.

Dienstag, 23. Juli 2019

Latexfarbe im Badezimmer

Seit sieben Jahren wohnen wir bereits in unserem Haus, und mittlerweile ist leider die eine oder andere Kleinigkeit auszubessern. Da ist zum Beispiel im oberen Badezimmer die weiße Wand an einigen Stellen nicht mehr ganz weiß, weil Kinder - und das sind dann nicht nur unsere - gerne mal mit nicht ganz sauberen Händen die Wände angreifen.

Rund um den Lichtschalter waren ebenso die Fingerabdrücke verteilt wie an der Wand neben dem Eingang zur Dusche. und auch in der Toilette war die Wand nicht mehr so wie wir sie gerne sehen würden.

Also entschieden wir uns dazu die Wände im oberen Bad mit Latexfarbe zu streichen, damit wir in Zukunft die Flecken etwas leichter wegbekommen. Die WO-WE Farbe bestellten wir auf Amazon, weil diese Farbe unserer Meinung nach das beste Preis-Leistung Verhältnis hatte. Außerdem bestellten wir gleich noch FrogTape und selbstklebende Abdeckfolie dazu.

Das FrogTape eignet sich bestens für scharfkantiges Abkleben und die Folie haftet wirklich ordentlich und deck großflächig den Boden ab. In wenigen Minuten ließ sich damit der Bereich im Badezimmer abkleben.

Die WO-WE Latexfarbe wird in einem schönen Behälter mit Spannverschluss geliefert. Der Verschluss erleichtert das Öffnen und ermöglicht ein einfaches Verschließen der Farbdose. Die Farbe selbst ist sehr dickflüssig und wirklich sehr gut deckend. So reichte es aus die Wände
einfach zu streichen. Ein zweiter Anstrich wäre eventuell denkbar um eine noch besser abwischbare Oberfläche zu erreichen.

Innerhalb von knapp zwei Stunden war das Ausmalen erledigt und nun erstrahlt das Bad wieder in einem schönen Mattweiß, das nun auch abwischbar ist. So haben wir hoffentlich länger was davon.

Donnerstag, 9. Mai 2019

Der schleichende Tod des GIRA Homeserver 3


Die Grundidee des GIRA Homeserver hat mir sehr gut gefallen, da sich damit wirklich viele Aktionen in der häuslichen Elektroinstallation umsetzen lassen, die ohne Programmierlogik einfach nicht machbar wären.

Unser GIRA Homeserver 3 (der schon seit Jahren EOL - End Of Life - ist, und bereits durch den GIRA Homeserver 4 abgelöst wurde)  steuert so gut wie jeden bereich des Hauses. Genauere Infos über die Funktionen, die ich mit dem Homeserver umsetzte findest du im Hausbau-Blog im Beitrag über KNX. Wir kümmern uns kaum mehr manuell um irgend welche Rollläden oder Beleuchtungen, denn das meiste läuft voll autonom ab. Zudem spricht unser Homeserver seit etwa zwei Jahren mit Alex unserer Amazon Echos im Haus. Näheres dazu findest du wieder in einem Beitrag in unserem Hausbau-Blog. So wurde der Komfort durch spezielle Routinen noch erweitert. Mit einem einzelnen Kommando werden nun morgens zum Frühstück die richtigen Rollläden geöffnet, bestimmte Beleuchtungen eingeschaltet, der Strom der Espressomaschine eingeschaltet, die aktuelle Außentemperatur und die kommenden Termine des Tages angesagt und schlussendlich unser Lieblingssender aufgerufen.

Es ist also offensichtlich, dass unser GIRA Homeserver bereits voll integriert war und es mehr als betrüblich ist, wenn er nicht funktioniert. Leider ist es aber nun so, dass die Hardware, die GIRA für ihre Homeserver verwendet nicht zwingend für einen 24/7 Betrieb über mehrere Jahre ausgelegt ist. Vor allem mit dem Power-Board, der Platine die das Mainboard und den Speicherchip mit Energie versorgt, dürfte es in sehr vielen Fällen Probleme geben.

Symptome

Unser Homeserver hatte in letzter Zeit immer wieder Probleme mit der Netzwerkverbindung. Die schob ich eigentlich auf den Provider und die Tatsache, dass der Server über eine Powerline-Verbindung mit dem Netzwerk verbunden ist. Ich dachte also nicht dran, dass es ein Problem mit dem Server selbst geben könnte.

In letzter Zeit kam es dann ab uns zu vor, dass der Server nach einem Update nicht wieder hochfuhr. Nach einem Ausschalten und Wiedereinschalten ging das aber dann, also dachte ich eher an ein Problem beim Booten, das womöglich durch die Update-Routine hervorgerufen sein könnte.

Auf den RTR-Displays stand plötzlich eine falsche Uhrzeit und ein falsches Datum, und wegen der falschen Zeit versagte die Rollladensteuerung komplett und öffnete alle Rollläden bereits um 4:30 morgens. Und das obwohl der Dämmerungssensor zu diesem Zeitpunkt sicher noch einen zu geringen Wert für das Öffnen sendete. Spätestens jetzt war ich leicht in Panik, weil es erstmals zu massiven Fehlfunktionen im System kam.

Zuletzt reagierte der Homeserver dann nicht mehr auf den Tastendruck des Power-Knopfes, wobei auch hier interessanter Weise der Klick am Druckpunkt des Schalters ausblieb. Hätte also auch der Taster sein können. Leider reagierte der Server auch nicht, nachdem ich die kleine Platine mit dem Schalter ausbaute und den Steuerkontakt direkt herstellte.

Das Gerät ließ sich nun unter keinen Umständen mehr starten und zeigte absolut keine Reaktion.

Die Fehlersuche

In meiner ersten Panik kontaktierte ich mal GIRA per Mail....auf diese Anfrage habe ich bis heute keine Reaktion erhalten, aber es ist ja auch erst zwei Wochen her. Eigentlich wollte ich ja nur wissen, ob es außer dem Mainboard noch andere Ursachen für das Verhalten geben könnte.

Nun wählte ich die Telefonnummer, die ich auf der GIRA Website fand und rief dort direkt in der Technik an. Der freundliche Techniker erklärte mir in kurzen Worten, dass die die Hardware des Homeserver 3 bereits seit 2012 End Of Life wäre, also nicht mehr supportet wird, und es aus diesem Grund auch nicht möglich wäre das Gerät zu ihnen einzuschicken. Es gäbe nur eine Lösung und zwar wäre das der Kauf des GIRA Homeserver 4 oder des GIRA Facility Server, die sich nur durch die Bauform und den Preis unterscheiden. Cool habe ich in diesem Zusammenhang die Aussage des Technikers gefunden, dass die Software des Homeserver lizenzfrei und kostenlos herunter zu laden wäre und man dafür nicht bezahlt. Man bezahlt nur für die Hardware, daher gäbe es auch keine Möglichkeit den HS3 kostengünstiger zu ersetzen als durch einen Neukauf. Lustig ist, dass die verwendete Industrie-Hardware beim HS3 und HS4 nicht mal 500 Euro Wert ist und dann mit einer Spanne von mindestens 1.300,- Euro verkauft wird. So kann man es auch machen.

Somit wäre laut GIRA die einzige Möglichkeit unser Smart-Home wieder zum Laufen zu bringen, die Neuanschaffung des rund 1.800,- Euro teuren HS4. Die Tatsache, dass die verbaute Hardware im HS4 bereits seit Anfang 2019 End Of Life ist und es daher auch nur Ersatzteile aus Restbeständen gibt machte mir die Entscheidung dahingehend jedoch nicht leicht.

Also begann ich mit einem Multimeter durchzumessen wo nun eigentlich die Spannung oder der Strom fehlen würden und stellte fest, dass am Anschluss des Mainboards keine Spannung anliegt und der Fehler daher bereits in der Platine davor liegen musste. Das machte mich ein wenig zuversichtlicher, da ich bis zu diesem Zeitpunkt auch schon auf der Suche nach einer alten VIA  Epia-LN Platine war, dem EOL Mainboard, das im Homeserver verbaut ist. Da das Linus des HS genau auf diese Hardware gebrandet ist, kann leider keine andere Hardware verwendet werden. Auf Aliexpress fand ich das Board gebraucht zu einem Preis von mindestens $ 180,- natürlich immer mit dem Risiko, dass die Platine nicht richtig funktioniert, die BIOS Einstellungen nicht passen oder einer der Treiber nicht passt, weil unter Umständen ein anderer Chip verwendet wurde.

Die Suche nach einer Lösung

Da sich die Power-Platine als Hauptschuldiger für meine Probleme nahezu aufdrängte, musst ich nun nach einer Lösung suchen, die einerseits günstig und andererseits dauerhaft wäre. Nun dürften die Platinen der Stromversorgung im HS3 oft wegen thermischer Belastung den Geist aufgeben. Also wollte ich eigentlich die Verwendung eines vergleichbaren Gehäuses vermeiden, auch wenn ich die niedrige Bauform des Gehäuses schätze, denn so lässt es sich bei uns im Verteilerschrank unterbringen. Um jetzt aber thermische Probleme auszuschließen wählte ich als Ersatz ein Cooler Master Cube-Gehäuse im Mini-ITX Faktor inklusive 120mm Lüfter und für Standard-ATX Netzteile geeignet. Das Thermaltake Netzteil ist mit über 500W wesentlich überdimensioniert, da der GIRA Homeserver 3 sich mit rund 20-30W begnügen würde. Hier war hauptsächlich der Preis und die Eignung zum Dauerbetrieb ausschlaggebend für die Entscheidung. In Summe habe ich nun knapp über 90 Euro ausgegeben.

Der Umbau der Komponenten war nun reine Formsache. Mainboard raus, Stromversorgungen kappen und alles im Cooler Master Gehäuse einbauen. Die Front-USB-Anschlüsse des Gehäuses habe ich sicherheitshalber nicht mit dem Mainboard verbunden, da es möglich wäre, dass es während des Bootvorganges mangels Treiber zu Problemen kommen könnte. Die beiden Anschlüsse an der Rückseite reichten bislang ja schließlich auch.

Nach dem Umbau ist mein GIRA Homeserver 3 nun doppelt so hoch wie ursprünglich und verfügt neben einem integrierten und belüfteten Netzteil auch über einen 120mm Lüfter an der Gehäuseseite, der die passiv gekühlten Komponenten nun wesentlich kühler hält als sie zuvor waren. Unser Homeserver hatte im Normalbetrieb meist eine Temperatur von 38-40° Celsius an der Gehäuse-Außenseite. Nun ist das Gerät nicht mal mehr handwarm. Ja dafür macht es jetzt Geräusche und braucht fast doppelt so viel Energie wie zuvor. Das sind zwar Mehrkosten beim Strom von fast 20 Euro pro Jahr, dafür aber gut 1.700,- Euro Einsparung, weil ich keinen neuen Homeserver kaufen musste. Und wenn durch den höheren Energieverbrauch die Elektronik des Servers länger halten sollte, dann sind mir die höheren Stromkosten mehr als recht.

Fazit

Ein Unternehmen wie GIRA sollte meiner Ansicht über den Support-Prozess von eigenen Produkten nachdenken. Es kann ja wohl nicht sein, dass ein hochpreisiges Produkt wie der Homeserver nicht mehr supportet wird, weil das neue Gerät bereits am Markt ist und die Hardware EOL ist. End Of Life war das Zeug schon als ich es kaufte, nämlich bei VIA, dem Hersteller des Boards. Mein nächstes Projekt ist jetzt das Studieren der KNX-API. Vielleicht kann ich mir meine Logik in C# umsetzen und über Kurz oder Lang den Homeserver loswerden. Mir wäre ohnehin eine Lösung auf unabhängiger Hardware lieber, dann könnte ich mir ein Backup-Gerät anschließen und einfach umschalten, wenn wieder mal der Server ausfällt.

Donnerstag, 7. März 2019

Das Gartenprojekt

Es geht wieder los. Diesmal betrifft es den Außenbereich unseres Hauses. Leider hat sich in den letzten Jahren die Wetterlage merkbar verändert. So haben wir im Sommer oft sehr lange Trockenperioden mit erbarmungsloser Sonneneinstrahlung und zugleich konstanten Wind aus Ost oder West mit durchschnittlichen Geschwindigkeiten von 15-20 km/h. Daher war es in letzter Zeit eigentlich kaum mehr möglich länger draußen zu sitzen, weil es keinen Sonnenschirm gab, der dem dauerhaften Wind, mit kurzfristigen Spitzen von teilweise über 80 km/h, trotzen konnte. Sämtliche Schirme lösten sich in kürzester Zeit völlig auf. Ohne Sonnenschirm ist es aber de facto unmöglich länger im Garten zu bleiben. Nachdem in letzter Zeit auch beim Essen im Garten regelmäßig die Gläser umgeblasen wurden, nutzen wir die Terrasse seit über zwei Jahren nicht mehr um im Freien zu essen.

Sabines Wunsch war es daher, den Garten neu zu gestalten und im Zuge dieser Planung einen überdachten Sitzplatz zu schaffen der windgeschützt liegt, damit wir den Garten wieder mehr nutzen könnten. Nun hätte es vermutlich gereicht einen überdachten Sitzplatz zu gestalten und diesen seitlich mit Windschutz zu versehen, allerdings brauchen wir auch dafür Fundamente. Daher bot sich an gleich mehr zu machen.

Der aktuelle Plan sieht nun massive Änderungen vor. So werden wir...
  • ...die Einfriedung machen. Da wir allerdings keine Freunde von Zäunen sind, wird rund um unser Grundstück eine etwa 80 cm hohe und ca. 60 cm breite Wanne erstellt in der wir dann Pflanzen setzen. Durch die Erhöhung schaffen wir einen etwas besseren Sichtschutz und bringen die Pflanzen ein Stückchen von der extrem heißen Straße weg, die regelmäßig für Verbrennungen des Wurzelwerks sorgt.
  • ...die Einfahrt neu gestalten, damit auch in Zukunft Platz genug für die Autos der Familie vorhanden ist. Diese wird dann mit einem Carport und einer Eingangsüberdachung überbaut und damit vor Regen und Schnee geschützt. Da wir keinen Platz für eine Garage haben, muss es auf diese Art und Weise gehen.
  • ...direkt im Anschluss an das Carport wird ein überdachter Sitzplatz entstehen. So erhalten wir die Möglichkeit über die Küche trocken zum Sitzplatz zu gelangen und können den Platz im Sommer auch bei Regenwetter nutzen. Zudem liegt der Platz neben dem Haus und wird dadurch auch gleich vor starken Ostwinden geschützt. Gegen den Westwind werden wir seitliche Verblendungen schaffen.
  • ...den Pool etwas verändern und statt der GFK-Treppe eine betonierte Treppe bauen. Dies wird notwendig, weil ich versuchen möchte den Pool umzurüsten auf ein einseitiges Überlaufsystem. Vergleichbar den Infinity-Pools. Hier wird eine Seite des Pools um wenige Zentimeter tiefer gemauert als die anderen Seiten. Sobald nun die Pumpe in Betrieb ist, läuft das Wasser an der niedrigeren Kante über und nimmt oben aufschwimmenden Schmutz mit. Dieser Umbau ist jedoch mit einer kompletten Änderung der Technik verbunden, weil man dazu auch einen Speicherbehälter für den Überlauf benötigt.
  • ...neben dem Pool werden wir aus alten Klinker eine Mauer bauen, die hoffentlich ein bisschen im Ruinen-Stil gestaltet werden kann.. Im Zuge dessen wollen wir an der Stelle des Technikschachtes unseres Pools einen überirdischen Technikraum aufbauen, da der Schacht für die neue Technik zu klein sein wird.
  • ...ebenfalls neben dem Pool wird ein Sonnendeck entstehen. Und weil wir diesmal auf Wartungsfreundlichkeit setzen, wird das Deck aus Steinen im Holzbalkendesign entstehen.
  • ...die Bodenbeläge werden komplett geändert. Dazu wurde bereits die Terrasse aus BPC abgebaut. hier wird später Travertin gelegt werden. Auch der Sitzplatz bekommt einen Belag aus Travertin im römischen Verband gelegt. Für die Einfahrt nehmen wir auf antik gemachte Beton Pflastersteine und für einen neuen Feuerplatz und den Weg vor unserer Terrassentüre kommen Plasterwürfel aus rotem Granit und Porphyr zum Einsatz.
  • ...im kompletten Garten durch Natursteinmauern Bereiche schaffen, die zum Entspannen einladen sollen. So werden die Pflanzen auf verschiedenen Niveaus stehen und dadurch für mehr Abwechslung sorgen. Zudem soll sich durch die erhöhte Lage der Pflanzen ein natürlicher Sichtschutz ergeben. Die Materialien sind größtenteils bereits gewählt. So werden die Mauern aus Stainzer Hartgneis gemauert werden.
  • ...einen kleinen Brunnen neben dem Sitzplatz mauern der aus silbernem Alpenquarzit bestehen wird.
Die Terrasse ist bereits abgebaut
Ihr seht also, dass bei diesem Projekt einiges auf uns zukommt. Nicht nur Arbeit sondern vor allem auch Kosten, denn mittlerweile ist die Gartengestaltung fast schon so teuer wie der Bau eines Hauses. Nicht nur wegen der gestiegenen Ansprüche an einen Garten, sondern auch wegen der extrem hohen Materialkosten und der stark gestiegenen Kosten für Arbeit.

Obwohl wir bereits mit ein paar Vorbereitungen begonnen haben - so habe ich die Terrasse abgebaut und das Material verkauft - sind wir derzeit noch zum Teil in der Planungsphase, vor allem beim Carport, weil dort eine Vielzahl an gesetzliches Regelungen zu beachten sind. Andere Bereich sind da bereits etwas weiter. Die Bodenbeläge und Mauersteine sind bereits bestellt. Und selbst das war nicht so leicht, denn für gewöhnlich fällt die erste Wahl immer auf Materialien die letztendlich unbezahlbar sind. 

Hier seht ihr mal den Alpenquarzit, den Hartgneis und die roten Granitpflaster. Dieses Material ist noch zu einem halbwegs vernünftigen Preis zu haben. Wir bestellten es bei Natursteine Rath.

Alpenquarzit
Granit rot
Hartgneis
Die nächsten Monate werden also spannend und mit Sicherheit auch anstrengend, weil wir wie immer massiv Hand anlegen müssen, um uns ein derartiges Projekt überhaupt leisten zu können.